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Kriya Yoga Die heilige Wissenschaft der Selbstverwirklichung
Kapitel Eins Was ist Kriya Yoga?
Kriya Yoga ist eine fortgeschrittene Technik zur spirituellen Entwicklung, die aus Zeiten höheren spirituellen Bewusstseins überliefert ist. Als Teil der alten Wissenschaft des Raja Yoga wird sie von Patanjali in den Yoga Sutras und von Sri Krishna in der Bhagavad Gita angedeutet. Während die eigentliche Kriya-Technik nur Eingeweihten erklärt werden kann, sind ihr Zweck und ihre Grundzüge doch sowohl von Yogananda als auch von Kriyananda in ihren Autobiografien beschrieben worden.
“In seiner Vorstellung lässt der Kriya-Yogi seine Lebensenergie aufwärts und abwärts um die sechs Zentren (Chakras) in der Wirbelsäule (Medulla Oblongata, Halswirbelsäule, Brustwirbelsäule, Lendenwirbelsäule, Kreuzbein- und Steißbein-Nervengeflecht) kreisen, die den zwölf Sternzeichen des Zodiaks entsprechen, dem symbolischen Kosmischen Menschen. Rotiert die Energie eine halbe Minute um das sensible Rückenmark, werden subtile Prozesse in der Entwicklung des Menschen in Gang gesetzt; eine halbe Minute Kriya entspricht einem Jahr herkömmlicher spiritueller Entwicklung.” —Paramhansa Yogananda
“Kriya Yoga lenkt die Energie der Länge nach um die Wirbelsäule und neutralisiert nach und nach die dort vorhandenen Strudel des Chitta. Gleichzeitig kräftigt es die Nerven in der Wirbelsäule und im Gehirn, um kosmische Energie- und Bewusstseins-Ströme empfangen zu können. Yogananda hat gesagt, dass Kriya die höchste Yoga-Wissenschaft ist.”
—Swami Kriyananda
Im dunklen Zeitalter des Materialismus, das in Indien als Kali Yuga bezeichnet wird, geriet das Wissen über Kriya in Vergessenheit. Erst der unsterbliche indische Meister Babaji hat es zu neuem Leben erweckt, als er die Technik 1861 an Shyama Charan Lahiri aus Benares weitergab. Dieser entwickelte aus den Grundsätzen des Kriya eine spezielle Serie von Meditations- und Atemübungen (Pranayama). Lahiri Mahasaya unterwies tausende Schüler in dieser Wissenschaft. Die meisten von ihnen waren, wie er, eingebunden in Familienleben und weltliche Verpflichtungen, während sie zugleich Kriya praktizierten.
In einer der wichtigsten Abschnitte in der „Autobiografie eines Yogi“ über Kriya in der heutigen Zeit sagt Babaji zu Lahiri Mahasaya:
“‘Ein tiefer Sinn lag dem Umstand zugrunde, dass du mich dieses Mal erst getroffen hast, als du bereits verheiratet und ein Geschäftsmann mit Verpflichtungen warst. Du musst den Gedanken daran aufgeben, zu unserer geheimen "Bande" im Himalaya zu gehören; Dein Leben spielt sich in den geschäftigen Gefilden des Lebens ab, wo du als Beispiel eines idealen Familienvaters und Yogi dienst.
Die verzweifelten Rufe vieler orientierungsloser, weltlicher Männer und Frauen sind bei den Höheren Wesen nicht auf taube Ohren gestoßen’, fuhr er fort. ‚Du bist auserwählt, vielen ernsthaft Suchenden durch Kriya Yoga spirituellen Trost zu bringen. Millionen, die durch Familienbande und schwere weltliche Pflichten belastet sind, werden dank dir – einem Ehemann und Vater wie sie selbst – neuen Mut fassen. Du musst ihnen vermitteln, dass die höchsten yogischen Errungenschaften keinem Familienvater verwehrt sind. Der Yogi, der vertrauensvoll seiner Verantwortung nachkommt, ohne persönliche Absichten oder Anhaftung, kann auch in der Welt den sicheren Pfad der Erleuchtung beschreiten. Ein neuer, süßer Atem göttlicher Hoffnung wird die ausgedörrten Herzen weltlicher Menschen erfüllen. Am Beispiel deines ausgewogenen Lebens werden sie verstehen, dass Befreiung eher von innerer als von äußerer Entsagung abhängt...
Ich sah flehentlich zu Babaji auf: ‚Ich bete darum, dass du mir erlaubst, Kriya allen Suchenden zu vermitteln, auch wenn sie anfangs nicht völlige innere Entsagung geloben können. Die gepeinigten Männer und Frauen in der Welt, verfolgt von dreifachem Leid, brauchen besondere Ermutigung. Womöglich versuchen sie sich nie am Weg zur Freiheit, wenn ihnen die Kriya-Einweihung vorenthalten wird.’
‚So sei es. Der göttliche Wille hat sich durch dich zum Ausdruck gebracht.’ Mit diesen einfachen Worten verbannte der gnädige Guru die rigorosen Vorsichtsmaßnahmen, die den Kriya seit langer Zeit vor der Welt verborgen gehalten hatten. ‚Gib Kriya freimütig allen, die demütig um Hilfe bitten.’”
Kriya-Yoga kommt in den Westen
Die Technik des Kriya wird durch die gleiche heilige Einweihungs-Zeremonie vermittelt, die Babaji für Lahiri Mahasaya abhielt und die von dessen Schülern und ihren Schülern an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wurde.
Paramhansa Yogananda steht in direkter spiritueller Linie von Babaji und Lahiri Mahasaya. Sein Guru, Swami Sri Yukteswar Giri, war einer von Lahiri Mahasayas fortgeschrittensten Schülern. 1920 wurde Yogananda von seinen Gurus aufgefordert, die Praktiken des Kriya und das Wissen von der ewigen, universellen Wahrheit (die in Indien als Sanatan Dharma bekannt ist) in den Westen zu bringen. Von diesem Moment an bis zu seinem Tod 1952, lebte er in den Vereinigten Staaten, wo er zehntausende ernsthaft Suchende in Kriya einweihte und sie dazu inspirierte, ihr Leben der Verwirklichung Gottes zu widmen.
Während in Indien die Regeln für ein spirituelles, „yogisches“ Leben weithin bekannt sind, musste Yogananda die Menschen im Westen in vielem unterweisen: in richtiger Ernährung, der richtigen, inneren Einstellung und einem ausgewogenen Leben, das Körper, Geist und Seele harmonisiert; wie man Willenskraft und Selbstdisziplin entwickelt; und wie man körperliche und emotionale Anhaftungen transzendiert. Diese „Wie lebe ich richtig?“-Anleitungen sind zu einem wesentlichen Teil auf dem Pfad des Kriya Yoga geworden und sind notwendiges Rüstzeug zum Erlernen des Kriya Yoga – vergleichbar mit den Yamas und Niyamas des Patanjali, die zentrale Schritte hin zu höheren Ebenen des Raja Yoga darstellen.
Yoganandas Lehren stellen die Technik des Kriya Yoga also in den größeren Zusammenhang eines yogischen Lebensstiles. Zentren und Gemeinschaften, die auf diesem Lebensstil beruhen, sind in den Vereinigten Staaten, in Europa und Indien von Yoganandas direktem Schüler, Swami Kriyananda, gegründet und aufgebaut worden.
Kriya-Yoga durch Ananda
Spirituelle Meister ermächtigen häufig und sogar schon zu Lebzeiten einige ihrer engen Schüler, ihre Tradition weiterzuführen. Interessanter Weise finden wir im Johannes-Evangelium (4:2): „Jesus selbst taufte nicht, aber seine Schüler.“
Paramhansa Yogananda authorisierte ebenfalls eine Anzahl seiner engen Schüler, die Einweihung in seinem Namen zu erteilen. Einige dieser Schüler gehörten seinem Mönchsorden an, während andere Familienväter waren, in der Kriya-Tradition von Lahiri Mahasaya.
Swami Kriyananda lebte noch nicht einmal ein Jahr bei Yogananda, als der Meister ihm die Aufsicht über die Mönche erteilte und ihn dazu authorisierte, die Kriya-Einweihung zu geben. In den Jahren, die Yogananda noch blieben, war es häufig Kriyananda, der die Einweihung gab. Nach Yoganandas Hinübergehen wurde Kriyananda um die halbe Welt geschickt, um über Selbstverwirklichung zu sprechen und die Kriya-Einweihung zu geben.
Nachdem er 1968 Ananda gegründet hatte, fuhr Kriyananda damit fort, Schüler in die Lehren der Selbstverwirklichung einzuweisen, sie auf die Kriya-Einweihung vorzubereiten und ihnen Kriya zu erteilen – jeder Schüler gemäß seines eigenen Rhythmus und seiner Fähigkeiten. In jüngerer Zeit hat Kriyananda einige Mitglieder der Ananda Sangha autorisiert, die Kriya-Einweihung in Yoganandas Name zu geben. Derzeit gibt es 14 „Kriyacharyas“, die Einweihungen in aller Welt geben.
Ananda Kriyacharyas in Indien, März 2007
Hintere Reihe von links nach rechts: Dharmadas Schuppe, Jaya Helin, Anand Stickney, Dave Warner
Vordere Reihe von links nach rechts: Dhyana Lynne, Shivani Lucki, Devi Novak, Jyotish Novak, Bharat Cornell, Kirtani Stickney
Gerne kannst du uns auch direkt kontaktieren, wenn du zusätzliche Informationen benötigst oder deine persönliche Situation besprechen möchtest: kriya@ananda.it; (+39) 0742-813.620.
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