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 Eine kosmische Vision der Einheit
Auszüge aus: Superconsciousness How to Benefit from Emerging Spiritual Trends von Swami Kriyananda, Herausgeber Devi Novak
Ich möchte über eines der größten Ereignisse dieses Jahrhunderts sprechen – das Erscheinen einer Seele, dessen besondere Mission es war, der Welt eine Vision der göttlichen Einheit zu zeigen. Wie es in der Bhagavad Gita heißt, schickt Gott jedes Mal dann, wenn die Dunkelheit zunimmt und die Tugenden zurückgehen, eines seiner erleuchteten Kinder auf die Welt, um die Menschheit auf dem Wege der Wahrheit zu inspirieren. Diese Inspiration findet auf verschiedenen Ebenen statt.
Auf eine Art dient es den Menschen als Beispiel eines idealen menschlichen Wesens, das die spirituellen Bedürfnisse dieses besonderen Zeitalters anspricht. Solch eine ideale Person kam in der Form von Buddha mit seinem Mitgefühl und weltlicher Entsagung. Wenn wir etwas über seinen Weg der Mäßigung lesen, müssen wir verstehen, dass es sich hier vielmehr um eine Mäßigung der Extreme handelt als eine der halbherzigen Spiritualität. Er war ein Mann, der sich vollkommen der Suche nach dem Nirwana , dem göttlichen Bewusstsein und der Befreiung der Seele gewidmet hat.
Jesus kam mit einem anderen Ausdruck des Göttlichen auf diese Welt. Jedes dieser erleuchteten Wesen hat eine andere Art von Persönlichkeit, nicht nur, weil Gott immer neu in Seinem Ausdruck ist, sondern auch, weil jedes menschliche Wesen, jeder Daumenabdruck, eine einzigartige Schöpfung darstellt. Jede Persönlichkeit ist einzigartig, auch wenn ein Meister keine Persönlichkeit besitzt , so viel er auch eine Persönlichkeit manifestiert.
Yogananda sagte immer: „ Ich habe Yogananda schon vor langem umgebracht. Niemand wohnt in diesem Tempel jetzt außer Gott.“ In der Tat war es sehr schwierig, wenn man in seine Augen schaute, eine Persönlichkeit zu erblicken, die sich bei den meisten Menschen durch die Dinge unterscheidet, die sie mögen oder nicht mögen oder was deren Wünsche und Abneigungen betrifft. Wenn man in seine Augen schaute, sah man nichts dieser Art. Man sah dahinter jene tiefe Ruhe und das unendliches Bewusstsein einer in Gott versunkenen Seele. Es war wirklich, als wäre man in der Anwesenheit von Gott, auch wenn man zur gleichen Zeit wusste, dass seine Form nicht Gott war. Keine Form könnte Gott je definieren und trotzdem ist Gott in allen Wesen manifestiert.
Es ich wichtig, nicht zu vergessen, was Jesus sagte, als man ihn der Gotteslästerung beschuldigte, als er sagte, dass er und Gott, sein Vater, eins seinen. Auf ihre Beschuldigungen erwiderte er: „ Sagen die Schriften nicht: ’Ihr seid Götter?’ “Er sagte jedoch nicht:„ Gott sagt das, und deshalb solltest du Ihm besser glauben, oder du wirst in die Hölle kommen.“ Er verteidigte sich nicht, was seine eigene Einzigartigkeit betraf, sondern was unser göttliches Potential betrifft. Dann machte er klar, dass der Unterschied darin liegt, dass er in diesem Bewusstsein erwacht war, wogegen die allgemeine Menschheit immer noch schläft.
Wenn ein Meister auf diese Welt kommt, dann kommt er nicht als eine Person. Er kommt als ein Bote – als ein Fenster zum Göttlichen. ... Es gibt sehr wenige wirklich edle Seelen in dieser relativen Welt. Die meisten von uns haben nicht die Gelegenheit, einen lebenden Ausdruck Gottes zu sehen, wie z.B. einen großen Heiligen oder Meister, der jenseits all dieser Definitionen steht. Es ist falsch, wenn wir solche Seelen als Individuen betrachten, da jene diesen Sinn der Individualität verloren haben. Was einen Meister wirklich großartig macht, ist, dass man das Fenster gar nicht mehr wahrnimmt, sondern vielmehr hindurchsieht. Man kann göttliche Liebe durch den Ausdruck menschlicher Liebe sehen. Man kann göttliche Freude durch den Ausdruck menschlichen Enthusiasmus sehen.
Was auch noch ganz wichtig ist, ist auch wenn ein großer Meister jenseits menschlicher Persönlichkeit steht, er doch zur selben Zeit völlig menschlich ist. Er hilft uns, zu verstehen, dass um völlig menschlich zu sein es mehr bedarf, als das, was wir sind. Genauer gesagt, sind wir noch nicht jetzt menschlich. Wir arbeiten daran, denn, auch wenn wir das Potential dazu besitzen, haben wir noch nicht erkannt, dass wir dieses Unendliche Selbst sind.
Von diesem Unendlichen Bewusstsein manifestierte Jesus eine ganz besondere Persönlichkeit, die sehr stark, weise, mitfühlend und voller Freude war. Es bedurfte all dieser wunderbaren Eigenschaften, damit Menschen jeder Art ihm zu Tausenden folgen konnten. Nach zweitausend Jahren steht dieses Bild heute jedoch irgendwie für jemanden, der, verbittert auf alles, weinend um die Sünden der Menschen da stand. Man kann sich ihn vorstellen, wie er sagt:„ Ich bin immer mit dir“, als wäre es eine Stimme aus dem Grabe. Doch ich denke nicht, dass viele Menschen so jemandem folgen würden, vorausgesetzt sie sind nicht selber richtige „ niedergeschlagene Personen“.
... Wenn wir von großen Heiligen und Meistern lesen, leben diese normalerweise oben im Himalaya und von der Menschheit abgeschieden –unberührt und abseits von allem. Wir denken immer, dass es so ist, wie ein großer Erlöser der Welt zu sein hat. Doch dieses Beispiel würde nicht so anziehend für alle sein. Ein Erlöser der Welt, der eine öffentliche Mission zu erfüllen hat, würde unumgänglicherweise das gleiche Nicht-Verhaftetsein gegenüber allem fühlen, wie jene Seelen, die nur einige wenige Jünger um sich haben, doch auch solche Erlöser kommen als Eroberer. Wenn man ihre Leben betrachtet, kann man sehen, dass Meister, die als Erlöser der Welt kommen, mit viel Kraft kommen. Buddha, Krishna und Jesus, alle hatten es. All jene großen Lehrer der Menschheit waren dynamische Personen. …
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