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 Aus “The Road Ahead” Der Weg in die Zukunft Von Swami Kriyananda
Wie wird es dir, deiner Familie und Freunden wohl zukünftig ergehen? Werdet ihr auch weiterhin gut essen? eure eigenen Wagen fahren? eure eigenen Häuser besitzen? Werdet ihr weiterhin bei freien Wahlen eure Stimme abgeben können? euch eure Arbeit aussuchen können? leben und reisen können, wie es euch beliebt? Gehören Weltkriege heute der Vergangenheit an? Bewegt sich die Menschheit auf mehr Wohlstand, Sicherheit und soziale Gerechtigkeit zu?
Oder befinden wir uns in einem Strudel, der uns allmählich in Hunger, Armut, politische Sklaverei, globale Zerstörung und Chaos zieht?
ENTSCHEIDENDE VERÄNDERUNGEN
Wenn die Zukunft der Menschheit jemals in Frage stand, dann heute. Unsere hoch entwickelten Vernichtungsmethoden konkurrieren scheinbar nur noch mit unserem Willen zur Selbstzerstörung. Zahlreiche Wissenschaftler haben festgestellt, dass wir uns rasant auf eine solche Überbevölkerung zubewegen, dass es schlicht und einfach nicht mehr möglich sein wird, auf unserem Planeten genügend Nahrungsmittel für alle zu produzieren; in wenigen Jahren – vielleicht sogar noch in diesem Jahrzehnt – werden Millionen von Menschen verhungern oder in globalen Kriegen, in denen Nationen um die noch vorhandenen Nahrungsvorräte kämpfen, getötet werden. Immer mehr angesehene Wirtschaftsexperten sagen eine weltweite Depression voraus. Schwindende Energievorräte stellen eine Bedrohung für die Grundbedürfnisse des modernen Lebens dar.
Was auch immer die Zukunft bringen mag, eines ist sicher: die kommenden Jahre werden uns vor entscheidende Veränderungen stellen.
VORGEWARNT HEIßT VORBEREITET
Ein Blick in die Zukunft ist nicht immer, wie manche behaupten, völlig sinnlos. Gegenwärtiges lässt zumindest wahrscheinliche zukünftige Entwicklungen erkennen. Vor allem in kritischen und unsicheren Zeiten wie heute ist ein intelligenter Plan entscheidend. In Zeiten großer historischer Veränderungen gab es immer vorausschauende Männer und Frauen, denen es möglich war, auf den Wogen der Stürme zu neuen Erfolgen zu gelangen, während andere von den Katastrophen, die sie völlig unvorbereitet trafen, umgeworfen und zerstört wurden.
Selten war es nur der gesunde Menschenverstand, der jene wenigen Glücklichen führte. Vielmehr folgten sie einer Art sechstem Sinn, einer inneren Gewissheit darüber, wie sich die Dinge entwickeln würden. Es scheint, das in Zeiten großer Not ein höheres, spirituelles Reich Inspiration sendet: lautlose Vorschläge, die von einigen wenigen, sensiblen Menschen innerlich empfangen werden.
Und nicht nur von Menschen! Häufig wissen Tiere, wenn ein extrem harter Winter, Futterknappheit oder ein Jahrhunderthochwasser bevorsteht. Es ist bekannt, das Tiere sich oftmals auf Katastrophen vorbereiten, von denen die Menschen keine Ahnung hatten: Eichhörnchen legten sich einen größeren Vorrat an Eicheln an; Biber bauten höhere Dämme.
Steht eine Zivilisation vor Veränderungen, dann machen mehrere Personen zur gleichen Zeit „zufällig” dieselbe Entdeckung, als ob die Idee bereits in der Atmosphäre war, um von jenen, die für sie bereit waren, empfangen zu werden. Paramhansa Yogananda, der große Meister des Yoga und spiritueller Lehrer aus Indien, schrieb, dass die Wissenschaftler von Gott inspiriert wurden, um zu rechter Zeit und Ort die Geheimnisse Seiner Schöpfung zu entdecken.
WARNUNGEN UND VERSPRECHEN
In jeder Epoche gab es einige spirituell entwickelte Menschen, die besonders empfänglich für die subtilen Botschaften der inneren göttlichen Führung waren. Insbesondere in kritischen Zeiten warnten sie klar und deutlich vor den anstehenden Gefahren. Nur denjenigen, die ihnen zuhörten, blieb Leid erspart.
Auch heute scheinen wir in solch einer Zeit zu leben. Große Seher warnen vor bevorstehenden Katastrophen. Gleichzeitig sprechen sie jedoch auch davon, dass sie am Ende des sich nähernden dunklen Tunnels eine hellere Landschaft sehen, die schöner ist als alles, was die Menschheit bisher gesehen hat. Die Prüfungen, die sie vorhersagen, sind ihnen zufolge eine Vorbereitung auf eine bessere Welt, eine notwendige Reinigung und keine Bestrafung für vergangene Sünden.
Gleichzeitig bieten sie uns auch ein Licht, das uns durch den Tunnel führt, das die kommende Dunkelheit verringert und sogar vertreibt, wenngleich dieses Licht nicht von allen Menschen, sondern nur von empfindsamen Individuen gesehen wird. Wenn du dich weise auf den vor dir liegenden Weg vorbereiten willst, dann höre die warnenden Worte sowie die Versprechen jener großen Seelen…
DER WAHRE GRUND: GIER
Dennoch, die Samen der Depression sind immer noch hier. Die sogenannte “Sicherheit”, in der wir uns angeblich - laut unseren Politikern – befinden, ist nichts weiter als eine Festung aus Papier. Es gibt keine Sicherheit vor menschlicher Unwissenheit. Es gibt keine Sicherheit vor Gier. Und Gier, die aus menschlicher Unwissenheit entsteht, ist der wahre Grund jeder finanziellen Depression.
Paramhansa [sic] Yogananda sah eine andere, sogar noch größere Depression für uns voraus. Er äußerte sich vor allem besorgt darüber, dass die heutige wirtschaftliche Denkweise in einer endlosen Verschuldung resultiert. Wie sehr man auch versucht, Kaufen auf Kredit mit dem Argument zu rechtfertigen, dies „fördere die Wirtschaft”, bleibt dennoch die Tatsache, dass niemand ständig in einem Zustand finanzieller Überstrapazierung leben kann, ohne gegen bestimmte grundlegende Realitäten zu verstoßen. Letztendlich hat es sich immer als katastrophal herausgestellt, sowohl für Nationen als auch für Individuen, wenn man ständig von Geld lebt, von dem man hofft, es „eines Tages” zu besitzen…
„SPIRITUELLER SOZIALISMUS”
Nach Paramhansa Yogananda basiert die zukünftige Gesellschaft auf einem “spirituellen Sozialismus”. Ich schließe aus dieser Bemerkung, dass einige der Ideale - wenn auch nicht ihre bisherige praktische Umsetzung - des modernen Kommunismus in Harmonie mit den Schwingungen des neuen Zeitalters sind, was bis zu einem gewissen Grad erklärt, warum der Kommunismus so fest in den Köpfen der Menschen verankert ist.
Ich kann nur meine eigene Interpretation davon geben, was Master mit dem Begriff „spiritueller Sozialismus” meinte, da er selbst keine Erklärung dazu gab. Es handelt sich jedoch um eine Interpretation, die auf mehreren Jahren direkten Kontakts mit ihm beruht. Obwohl nicht alles, was er sagte, wörtlich in Erinnerung ist, so blieb der Sinn seiner Worte erhalten und ist in mir bis auf den heutigen Tag präsent.
KEINE FÜHRUNG DURCH DIE REGIERUNG
Der Aspekt des Kommunismus, der danach trachtet, die Menschen zu versklaven, während für ihre materiellen Bedürfnisse gesorgt ist, war sicherlich das Gegenteil zu Masters Vision von Gerechtigkeit. Grundsätzlich war er sogar gegen soziale Wohltätigkeit, weil, wie er sagte, sie die Menschen davon abhalte, Eigeninitiative zu entwickeln. Er bedauerte die Richtung, die Amerika während der Großen Depression einschlug, als die Menschen lernten, von der Regierung abhängig zu sein, was ihre Nahrungsversorgung und allgemeines Wohl betraf. Dieser Trend, der sich noch verstärkt hat, schwächt das Individuum und ermutigt die Regierung, mehr und mehr das persönliche Leben der Menschen zu bestimmen. So ein Trend steht völlig im Gegensatz zu sämtlichen Grundsätzen der Selbstverwirklichung.
FREIWILLIGE ZUSAMMENARBEIT
Yoganandas Zukunftsvision sah eine Abschaffung sozialer Ungerechtigkeit vor. Deshalb kann er kein umfassendes sozio-ökonomisches System mit strengen Kontrollmechanismen, die im Falle des völligen Staatsbesitzes nötig sind, gemeint haben. Spiritueller Sozialismus kann sich nur auf eine Gesellschaft beziehen, in der die Menschen zumindest gelernt haben, „ das beste Produkt für die größtmögliche Anzahl Mitbürger” als einen ganz natürlichen Gedankengang zu sehen. Diese Denkweise impliziert das Verständnis, dass durch gegenseitige, freiwillige Zusammenarbeit mehr erreicht werden kann, als durch mörderischen Wettbewerb. Spiritueller Sozialismus beinhaltet meiner Meinung nach einen Staat, in dem dezentrale und zentrale Strukturen die gleiche Wichtigkeit haben und sich ausbalancieren.
In unserem Zeitalter der Mobilität und Kommunikation geht es natürlich nicht ohne zentrale Strukturen, denn sonst lebten wir im Chaos. Dennoch sollte nicht zuviel Macht in die Hände einiger Weniger gelangen. Es ist wünschenswert, dass die tieferen Werte des Menschen auf menschlichen und spirituellen und nicht auf politischen Erwägungen beruhen. Eine Sache ist es, wenn alle den gleichen Verkehrsregeln folgen. Es ist etwas ganz anderes, wenn man gesagt bekommt, wohin man gehen muss.
GLOBALE WELTBRUDERSCHAFT
Im spirituellen Sozialismus wird es globale Gleichheit geben, die auf einer allgemeinen Akzeptanz und nicht auf Gesetzen, die von Regierungen durchgesetzt werden, beruht. Gleichzeitig sah Yogananda zuerst die Vereinigten Staaten Europas, anschließend die Vereinigten Staaten Amerikas und schließlich die Vereinigten Staaten der Welt…
Im Zusammenhang mit seiner Warnung vor einer kommenden Depression drängte Paramhansa Yogananda immer wieder seine Zuhörer, sich in kooperativen, spirituellen Gemeinschaften zusammenzuschließen, gemeinsam Land in ländlichen Gegenden zu kaufen und dort ein Leben, verbunden mit der Natur und Gott, zu führen. Dieses Leben sollte sich nach zwei Prinzipien richten: „einfaches Leben und hohes Denken“. Er sagte, diese Gemeinschaften wären Modelle für ein neues Zeitalter, in dem unzählige ähnliche, sich selbst versorgende Gemeinschaften den Gedanken der freiwilligen Kooperation populärer als Wettbewerb machen würden, um nachhaltigen Wohlstand und innere Erfüllung zu finden.
Dies war für ihn so wichtig, dass er während seiner Vorträge ausrief: „So werdet ihr die beste Arbeit überhaupt haben. Ihr werdet für euch arbeiten!“ Anschließend ließ er die Zuhörer laut folgende Affirmation sprechen: „Arbeit bedeutet Frieden! Glück! Freiheit!“
EIN GEGENGEWICHT ZUM FÖDERALISMUS
Yogananda sagte, die kooperativen Gemeinschaften der Zukunft würden überall existieren. Sie werden überall dort entstehen, wo sich Menschen aufgrund gemeinsamer, hoher Ideale und nicht nur aufgrund wirtschaftlicher Sicherheit zusammenfinden, wie im Falle Anandas. Sie werden ein wichtiges Gegengewicht zu den zentralen Regierungen sein und stark dazu beitragen, diese von der Last, für die Kranken und Alten zu sorgen, befreien; denn die Gemeinschaften werden sich natürlich um ihre Mitglieder kümmern.
Vielleicht stellst du dir folgendes einmal vor: Es gibt eine Nation mit einer zentralen Regierung. Diese Nation besitzt tausende, geplante und sich selbst versorgende Dörfer (im Gegensatz zu den meisten planlosen und auswuchernden Städten unserer Zeit), wo viele der praktischen Regierungsaufgaben von Menschen ausgeführt werden, die man gut kennt und die wiederum die Gemeinschaft und deren Mitglieder kennen. Der bürokratische Aufwand wäre in solch einem System minimal.
EIN TOR ZUR WELT
Diese Dörfer wären nicht von der restlichen Welt abgeschnitten, wie dies noch in Zeiten langsamer Transport- und Kommunikationsmöglichkeiten der Fall war; sie wären ein wichtiger Teil der ganzen Welt und ihr Beitrag wäre eine breitere Zusammenarbeit, die auf echter, persönlicher Erfahrung im täglichen Leben basiert. Um sich auf die Weltbruderschaft zuzubewegen, ist es nötig, zuerst dieses Miteinander im täglichen Leben zu erfahren und daraus zu lernen. Ohne diese Erfahrungen ist es schwierig, überhaupt zu verstehen, um was es geht.
EIN GETESTETES UND FÜR GUT BEFUNDENES IDEAL
Harmonie und eine liebevolle Zusammenarbeit auf der Basis einer Dorfgemeinschaft sind keine leeren Träume. In Ananda Cooperative Village (und in anderen Ananda-Gemeinschaften in den Vereinigten Staaten, Italien und Indien) haben wir festgestellt, dass innerer Frieden sich sehr positiv auf menschliche Beziehungen auswirkt. Auseinandersetzungen zwischen unseren Gemeindemitgliedern sind selten. Bruderschaft ist hier eine lebendige Realität, die schnell zu einer tiefen Verbundenheit mit der ganzen Schöpfung wächst. Doch die Grundlage des Erfolgs ist, dass unsere Struktur individuelle Entfaltung nur zulässt; sie setzt sie weder voraus noch verpflichtet sie dazu.
Wenn Yoganandas Zukunftsvision wahr ist und zukünftig viele solcher Gemeinschaften auf der ganzen Welt existieren werden, dann sind die Regierungen eher geneigt, Thoreaus berühmten Zitat zu folgen: „Die Regierung, die am wenigsten regiert, ist die beste,“ denn viele der regulativen Funktionen der Regierung werden dann von den Gemeinschaften übernommen...
„EINE NEUE WELT”
Verliere bei deinen Vorbereitungen nicht das langfristige Ziel aus den Augen. Lebe nicht in Angst, sondern in Hoffnung und in der Sicherheit, dass Gott dich liebt.
Begehe auf keinen Fall den Fehler, jemals von dieser Welt zu erwarten, dass sie dir alles, was du willst, geben würde. Diese grundlegend falsche Hoffnung hat zu umfassender Gier geführt, aus der alles Leid, unter dem die Menschheit jemals gelitten hat und leidet, entstand. Paramhansa Yogananda sagte: „Suche die Perfektion nicht in dieser Welt. Suche sie nur in Gott.” Das menschliche Leben ist nur ein Sprungbrett zur göttlichen Vollendung.
Yogananda hatte eine Vision von Gott, in der dieser zu ihm sagte: „Ich bin deine Aktien und Staatsanleihen. Der Tanz des Lebens und des Todes: Wisse, dass beide von mir kommen und freue dich!” Die letzte Prüfungslektion auf dem Weg in die Zukunft wird das Bedürfnis des Menschen nach innerem, spirituellem Bewusstsein sein.
Yogananda sah aber auch voraus, das die Menschheit als Ganzes dieser Wahrheit jetzt näher war, als in den vergangenen zahllosen Jahrhunderten. Leider muss diese Annäherung durch Leid geschehen. Dies wäre nicht nötig, wenn die Menschen jetzt lernen würden, den anderen zu lieben. Doch wie dunkel es auch in dem Tunnel sein mag, auf den wir uns zubewegen, so können wir doch großen Trost finden in dem Wissen, dass zumindest die Dunkelheit nicht von Dauer sein wird.
Wie Paramhansa Yogananda einmal angesichts des Lichts der kommenden Jahrhunderte sagte:
“Ich prophezeie:: Ihr werdet eine neue Welt sehen!”
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