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Zehn Fragen zum Weltgeschehen
Beantwortet von J. Donald Walters (Swami Kriyananda)
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Was ist Ihrer Meinung nach das Wichtigste, das die Menschen tun können, um in dieser Weltkrisensituation zu helfen?
Meinem Gefühl nach ist das, was heute im Weltbewusstsein am meisten fehlt, die Liebe zu Gott. Wenn die Liebe der Menschen zu Gott lau wird, läuft nichts mehr richtig. Wie der Poet Francis Thompson in „The Hound of Heaven” schrieb: „Alle Dinge verlassen dich, der du Mich verlässt.”
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Sie haben gesagt, dass wir dieselben Emotionen auf uns nehmen, die für diese Katastrophe verantwortlich waren, wenn wir Hass mit Ärger und Fanatismus mit Intoleranz begegnen. Sie haben aber gleichzeitig gesagt, dass keine Schrift der Erde zu Rückgratlosigkeit aufruft und dass es unsere Pflicht ist, entschlossen, ja sogar streng zu handeln, um zu verhindern, dass sich das Übel ausbreitet. Welche Art gewaltlosen Verhaltens wäre notwendig, um diese Übel auszurotten?
In einem Universum, das von der Relativität beherrscht wird, muss man lernen, in vielen relativ gegensätzlichen Umständen angemessen zu handeln. Wichtig ist, dass wir nicht in diesen Umständen zentriert sind, sondern in uns selbst. Wir brauchen nicht die gewalttätigen Einstellungen derer, mit denen wir vielleicht umgehen müssen, anzunehmen, genauso wie wir nicht habgierig werden müssen, wenn wir es mit habgierigen Menschen zu tun haben, oder kleinlich, wenn wir mit selbstsüchtigen Menschen umgehen. Unsere Haltung anderen gegenüber sollte in unserem eigenen höheren Selbst zentriert sein, in unseren Idealen. Wir müssen lernen, in unserem Idealismus praktisch zu sein. Wenn wir die nach aussen gerichtete Gewalt in Anderen unter Kontrolle bringen müssen, können wir uns darauf konzentrieren, die Unschuldigen zu schützen, anstatt mit Wut, Hass und ähnlicher Gewalt in unseren Herzen gegenüber den Übeltätern zu reagieren.
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Glauben Sie anbetracht der gegenwärtigen Situation, dass eine gewaltfreie Bewegung, wie die von Gandhi, eine Möglichkeit für die USA und andere Regierungen wäre?
Gewaltlosigkeit ist kein passives Prinzip. Wenn die Menschen und ihre Anführer—und kein Anführer kann mehr tun, als die von ihm geleiteten Menschen akzeptieren—nicht die nötige Vorbereitung haben, um Gewaltlosigkeit so zu verstehen und umzusetzen, wie Gandhi es auf dynamische Weise tat, würde es nur Passivität sein und zu Feigheit werden. Zudem muss die Kraft der Gewaltlosigkeit grösser sein als die Kraft der Gewalt, die sie bekämpft. Ist es realistisch, sich vorzustellen, dass das möglich wäre? Die einzige Lösung für Nationen—und ich meine nicht Individuen—ist gesunder Menschenverstand. Das beste, was sie vernünftigerweise angesichts von Übel erwarten können, ist, es zu kontrollieren, ohne dessen Verhalten von Wut und Hass anzunehmen.
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Die Menschen wollen Frieden, sie fürchten die unbarmherzige Zerstörung durch Kriege. Amerika hat mehrere Bürgerkriege und Weltkriege in den letzten 200 Jahren erlebt. Welche neuen Denk- und Verhaltensweisen helfen uns beim Übergang ins neue Millenium, den Frieden, nach dem wir uns alle sehnen, zu erlangen?
Indem wir erkennen, dass Frieden ein innerer Zustand ist und nicht nur die Abwesenheit bewaffneter Feindseligkeiten. Er ist ein Produkt äusserer Harmonie unter Menschen, welche wiederum ein Produkt innerer Harmonie in den Menschen selbst ist. Solche Harmonie kann man unmöglich erreichen, solange die Menschen ihr Leben in Wünschen und materieller Gier zentriert halten.
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Wenn Sie den Präsidenten der USA und andere Weltregierungen bei ihren Entscheidungen über den „Krieg gegen den Terrorismus” beraten könnten, welchen Rat würden Sie ihnen geben?
Ich würde mich darauf konzentrieren, sie zu drängen, immer aus idealistischer und grosszügiger Motivation heraus zu handeln, dabei aber realistisch zu bleiben. Man würde ein sehr armseliges Verständnis wahrer Großzügigkeit zeigen, würde man den Terroristen gegenüber grosszügig sein, das Bedürfnis der Welt nach Schutz vor Terroraktionen aber ignorieren, und diesem nicht die weitaus grössere Aufmerksamkeit schenken. Um im Namen der Wahrheit entschlossen zu handeln, muss man sich erinnern, dass Güte ein harmonischer Ausdruck der Wahrheit ist, während Brutalität dies nicht ist. Es gibt Momente, in denen ein Arzt seinen Patienten Schmerz zufügen muss um sie zu heilen. Wenn sein Schwerpunkt darin liegt, Menschen Schmerz zuzufügen, ist er ein schlechter Arzt. Und wenn sein Schwerpunkt darin liegt, keinen Schmerz zuzufügen, ist er ebenfalls ein schlechter Arzt. Er muss unpersönlich bleiben, aber in den Langzeitintentionen gütig. Wenn er, während er praktisch bedenkt, was zu tun ist, sich auf diesen Gedanken der Güte ausrichtet, wird er grösstmöglich Gutes erreichen.
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Was wird Ihrer Meinung nach den Krieg gewinnen?
Nur Gott kann ihn durch Menschen gewinnen, die sich ganz nach Seinem Willen ausrichten.
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Die Menschen beten auf viele verschiedene Weisen. Welche Vorschläge würden Sie denen machen, die nicht wissen, wofür sie beten sollen?
Sie sollten dafür beten, dass nicht ihr eigener Wille geschehe, sondern dass Gottes Wille geschehe. Und sie sollten darum bitten, als Seine Werkzeuge zu dienen.
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Welche Worte aus den Lehren des Yoga und der Selbstverwirklichung würden Sie in dieser Zeit Yogaschülern als Perspektive, wie sie helfen können, empfehlen?
Krishnas Worte in der Bhagavad Gita drücken es am besten aus: „Nishkam Karma”—wunschloses Handeln. Handle ohne persönliche Wünsche, ohne den Gedanken: „Was kommt für mich dabei heraus?”, sondern eher mit dem Gedanken: „Was ist richtig?”
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Warum fühlen sich so viele Menschen in der gegenwärtigen Situation so hilflos?
Ich finde dieses Gefühl ist sehr verständlich! Wie kämpft man gegen Schatten? Es gibt jedoch einen Weg: Lass das Licht so stark leuchten, dass Schatten aufhören zu existieren.
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Viele Menschen haben über die Einheit gesprochen, die die Menschen in Amerika und in aller Welt angesichts dieser Krise empfinden. Was ist Ihr Traum, wie sich die Welt durch diese Ereignisse entwickeln könnte?
Ich habe ein Stück in drei Akten mit dem Namen „Die Friedensverhandlung” geschrieben. In diesem Theaterstück erkennen die Menschen der betroffenen Nationen, dass Frieden aus ihrem eigenen Wunsch heraus enstehen muss und nicht aus selbstsüchtigen Ambitionen oder passiver Abhängigkeit von ihren Anführern. Frieden wird kommen, wenn die Menschen entschlossen sind, ihr Leben in die eigenen Hände zu nehmen und nicht darauf zu warten, dass andere jede wichtige Entscheidung für sie treffen.
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