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Werde ein Kanal für Inspiration und innere Kraft
Dieser Artikel ist ein Auszug eines Vortrages, den
Swami Kriyananda am 18.2. 1999 in Turin, Italien, hielt.
Wir sind ein Teil einer grösseren Realität 
Auf der einen Seite war das Leben mit einem großen Meister wie
Paramhansa Yogananda eine normale Erfahrung. Er war ein Mensch wie du
und ich. Auf der anderen Seite aber war es überhaupt nicht normal.
Ich war in seiner Gegenwart immer überrascht, denn er machte uns
verständlich, daß jeder von uns die potentielle Kraft hat,
wie Jesus Christus zu werden. Sogar Jesus sagte: Das was ich gemacht
habe, müßt ihr tun, und sogar größeres, denn ich
muß zu meinem Vater zurückkehren! Alle Meister sind gekommen,
um uns den Glauben in das zu geben, was wir werden können, und nicht,
um uns mit ihrer Größe zu imponieren.
Es ist der klingende Körper der Violine, der eine Konzerthalle mit
ihrer Musik füllen kann. Die Saiten alleine bringen keinen Ton hervor.
Auf dieselbe Weise sind wir Teil einer viel größeren Realität,
die uns Kraft gibt. Wenn du im Meer schwimmst, kann eine große Welle
auf dich zukommen und dich bedrohen. Auf einem Schiff aber siehst du viele
Wellen und sie erscheinen dir nicht sehr hoch. Von einem Flugzeug aus
siehst du nicht einmal die Welle, nur das Meer, das wie ein ruhiger Spiegel
aussehen kann. Im Leben sorgen wir uns um die kleinen Dinge, die unser
Ego betreffen. Es scheint so wichtig zu sein, wenn jemand ein grobes Wort
zu uns spricht oder wenn du eine dir wichtige Gelegenheit versäumst.
Wenn du aber nicht nur an dein kleines Selbst, sondern an dein großes
Selbst denkst, an die Realität von welcher wir alle ein Teil sind,
wird viel Kraft zu dir kommen.
Ich habe Philosophie- und Theologiebücher gelesen, die versuchten,
die Wunder Jesu zu erklären. Sie meinten, daß diese nicht möglich
waren. Als ich mit einem Meister lebte, habe ich jedoch mit eigenen Augen
gesehen, daß Wunder nur Kleinigkeiten sind. Yogananda hat viele
Wunder vollbracht, ohne daß man es je bemerkt hätte. Für
ihn waren sie normal, aus dem einzigen Grund, weil wir Teil der kosmischen
Energie sind.
Einstimmung ist der Schlüssel
Mit dieser Energie kannst du dich mit jedem Strahl der Wahrheit, den
du möchtest, in Harmonie bringen und vieles verstehen. Als ich zum
Beispiel das Lied für den Psalm von David schrieb, sagte mir ein
jüdischer Freund: Ich weiß, daß du nie in einer
Synagoge warst, aber dies ist genau die Art von Musik, die in der Synagoge
gesungen wird. Wie können wir diese Dinge wissen? Wir sind
alle Teil der gleichen Realität. Durch Meditation (und die Techniken,
die dich in Harmonie bringen mit dieser allumfassenden Wahrheit) fängst
du an zu verstehen, wie andere denken und wie du auf jedem beliebigen
Gebiet und bei allem wozu du dich berufen fühlst, erfolgreich sein
kannst. Channeling bedeutet nicht, jemanden mit leerem Geist
zu rufen und zu verlangen: bitte gib mir etwas! Das was du kanalisieren
willst, kommt von deinem Inneren und nicht von anderen oder von Informationen,
die du zusammengetragen hast.
An der Universität hatte ich einen Griechisch-Kurs belegt, aber ich
ging fast nie in den Unterricht. Der Professor sagte: Für gewisse
Studenten hier ist es wahrscheinlich nicht der Mühe wert, zur Prüfung
zu kommen. Alle schauten auf mich und lachten. In der Nacht vor
dem Examen, hatte ich immer noch nichts gelernt, und in meiner Verzweiflung
machte ich eine sehr wichtige Entdeckung: Anstatt zu denken Griechisch
ist schwierig, sagte ich zu mir: Ich bin ein Grieche!
Mit diesem Gedanken wurde es zu einer Frage des sich Wiedererinnerns und
an diesem Abend absorbierte ich, so viel wie mein Verstand fähig
war zu absorbieren. Schlußendlich haben nur zwei Studenten das Examen
bestanden, und ich war einer der beiden - nicht eines speziellen Talentes
wegen, sondern aufgrund dieses Prinzipes. Die Heilige Theresa von Avila
sagte: Ich will keine meiner Nonnen sagen hören ich bin
keine Heilige, denn ihr seid hierher gekommen, um Heilige zu werden.
Es ist wahr, daß du noch nicht am Ziel angekommen bist, aber das
ist nicht wichtig. Hypnotisiere dich nicht mit den Fehlern, die du gemacht
hast. Du bist genauso ein Kind Gottes wie jeder Meister, der je gelebt
hat. Du hast die Kapazität zur unendlichen Liebe. Ich habe gesehen,
daß Yogananda dies immer sehr ernst genommen hat. In jedem von uns
hat er die Fähigkeit gesehen, so zu werden, wie er war. Wir sind
vom Gedanken hypnotisiert, daß wir schwach, zu menschlich, voller
Eifersucht und voll kleinlichem Denken sind aber dies ist nicht
die Wahrheit.
Als Jugendlicher wollte ich Dichter und Dramaturg werden. Ich setzte mich
hin und schrieb: Seite Eins, Kapitel Eins ..., und dann ...
nichts. Schließlich sagte ich mir: Warum die Welt mit meinem
Unwissen überschwemmen? Folglich gab ich meine Ambitionen auf
und entschied mich, Gott und die Wahrheit zu suchen. Sobald ich ein wenig
meditierte, nahm ich wahr, daß die Inspirationen so schnell kamen,
daß es schwer war, sie alle zu behalten, denn sie kommen nicht von
mir, sondern von einer anderen Quelle. Yogananda lehrte uns, daß
wir inmitten eines Ozeans von Energie leben, und wie wir uns auf diese
Energie einstimmen können und sie zu uns ziehen können.
Die großen Komponisten verstehen, daß sie ihre Inspiration
aus einer viel grösseren Quelle bekommen, wogegen die nicht so Großen
denken, daß sie Musik mit ihrem Verstand erschaffen können.
Du kannst in deiner Kreativität einmalig sein, wenn du aus deiner
Mitte heraus handelst, aus deinem Herzen. Wenn ein Liebender sagt: Ich
liebe dich, so ist das immer neu, weil es von Herzen kommt. Was
immer du aus deiner inneren Mitte heraus sagst, ist einmalig, sogar wenn
die Worte schon tausende von Malen vorher gesagt wurden. Suche in dir
selbst die Quelle der Inspiration, und du wirst sehen, daß Gott
sich auf neue Art und Weise durch jede Person, durch jede Blume, durch
jede Wolke ausdrückt. Man muß dabei in zwei Schritten vorgehen.
Zuerst sei dir dieser Quelle der Inspiration bewußt und dann benutze
deine Willenskraft, um diese Inspiration in die Tat umzusetzen.
Benutzte deine Willenskraft
Yogananda lehrte uns Übungen, die durch den Einsatz von Willenskraft,
den Körper mit Energie aufladen. Ich habe bei vielen Gelegenheiten
gesehen, daß diese Energie uns immer zur Verfügung steht. Als
ich in Anandas erstem Retreat ein Haus baute, mußte ich eine sehr
schwere Arbeit mit meiner Hand tun. Nach 500 Malen konnte ich meine Hand
nicht mehr zusammendrücken. Dann dachte ich daran, daß bald
der Winter mit viel Schnee kommen würde und die Arbeit zu Ende gebracht
werden mußte. Mit diesem Gedanken und indem ich Yoganandas Technik
anwandte, machte ich weiter. Nach dem zehnten Mal wurde die Arbeit plötzlich
leichter, und ich sah mich ohne Schwierigkeiten in der Lage, noch 500
Mal weiterzumachen. In allen von uns steckt potentielle Energie, und unter
Einsatz des Willens wirst du niemals müde werden. Diese Energie gibt
dir große Kraft.
Wahre Stärke ist nicht nur körperlich, sondern sie ist moralische
und spirituelle Stärke. Einmal näherten sich Yogananda drei
Männer mit Pistolen die sein Geld wollten. Er erwiderte: OK,
ich hänge nicht am Geld. Aber ich habe ein Vermögen, das ihr
mir nicht nehmen könnt, sondern nur haben könnt, wenn ich es
euch gebe. Dann blickte Yogananda sie voller Liebe an, und sie begannen
zu zittern und sagten: Wir können unser Leben nicht mehr weiterführen
wie vorher. Was hast du mit uns gemacht? Er hatte ihre Leben verändert.
Wichtiger als pure Kraft ist eine Energie der Liebe und Freude. Wenn du
mit Menschen zusammensein kannst und mit ihnen ein bißchen Freude
teilst, dann ist dies das größte Geschenk, daß du ihnen
geben kannst.
Yogananda gab uns die Möglichkeit zu verstehen, daß alles,
was wir uns wünschen, zu uns kommt; was wir tun ist nicht wichtig,
aber die geistige Einstellung mit der wir es tun, ist sehr wichtig. Du
kannst eine Botschaft übermitteln, indem du einfach mit einem freudigen
Lächeln durch die Straßen gehst, ohne etwas zu sagen; oder
während du im Büro einen Geschäftsbrief verfaßt.
Es ist nicht wichtig, daß wir in der Welt leben müssen. Wir
brauchen nicht mehr länger zu sagen, dies ist spirituell und jenes
ist nicht spirituell. Die Spiritualität hängt von unserer Einstellung
ab. Wenn du in dem Bewußtsein handelst: Ich übergebe
ihm mein Leben,. dann ist es egal, ob du Rechtsanwalt, Geschäftsmann,
Sekretärin, Koch, Krankenschwester oder Kellnerin bist.
Die richtige Einstellung
Es ist an der Zeit, die Welt zu heiligen, und diese Verantwortung liegt
bei dir. Du mußt dich ändern. Denke nicht, daß du die
Religion den Priestern überlassen solltest; du bist potentiell ein
Heiliger. Sogar wenn du in der Hölle wärest, wärst du ein
Heiliger in der Hölle. Die Essenz deiner Seele ist immer rein.
Die indische Heilige Anandamoyi Ma war Analphabetin. Trotzdem war sie
so weise, daß jeder Studierte, der ihr Fragen über die Schriften
stellte, staunend wegging, weil das von ihr Gesagte so richtig und so
tief war. Je mehr du in deine Mitte gehst, desto mehr werden die
Menschen dich anschauen und begreifen: Er hat etwas gefunden, was
ich auch will. Teile mit, was du in dir fühlst, aber prahle
nicht damit, denn es kommt von Gott. Der Pfad des Lebens ist schmal. Auf
ihm können entweder das Ego oder Gott gehen; da ist kein Platz für
beide. Warum nicht Gott durch dich handeln lassen? Dann wirst du Freude
und Freiheit fühlen. Dann wird der Gedanke kommen: Wie schön:
Ich habs nicht getan. Gott hats getan!
Wenn du mit Aufrichtigkeit bittest, ein Kanal für Gott zu sein, so
wird Er dir viele Inspirationen geben, auch wenn jemand mit einem Problem
zu dir kommt. In meinem Leben habe ich in den letzten 50 Jahren viele
Menschen persönlich beraten. Manchmal wird mir eine Frage gestellt,
auf die ich keine Antwort weiß. Ich lasse dann die Frage los und
antworte: Ich weiß es nicht. Doch während des Aussprechens
von Ich weiß es nicht, weiß ich plötzlich
die Antwort, denn mein Verstand kann entspannen und die Inspiration kommt
zu mir. Genauso bereite ich nie eine öffentliche Rede vor, weil ich
festgestellt habe, daß Gott besser als ich weiß, was zu sagen
ist. Er hat mich nie im Stich gelassen. Die Inspiration ist immer zu mir
gekommen. Wenn du dich mit Glauben und Vertrauen hinein begibst, verleiht
Er dir Flügel. Versuche immer wieder zu fliegen und du wirst fliegen.
Je mehr du dies tust, desto mehr Inspiration wird zu dir kommen.
Was du tust, sollte sich lohnen. Du solltest spüren: Dies ist
es, was ich mit meinem Leben anfangen will. Du wirst sehen, daß
sogar in den kleinen Dingen Freude steckt. Gott kann man in jedem Sandkorn
finden. Gott strahlt durch dich, und Gott kann immer mehr strahlen, je
mehr du dich in der inneren Stille auf Ihn einzustimmen suchst.
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