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Swami KriyanandaDas Weihnachts-mysterium

Auszüge aus einer Weihnachtsansprache von Swami Kriyananda,1991

Wir Menschen haben die Tendenz, die Welt um uns herum oberflächlich zu betrachten: Wir schauen nicht unter die obere Schicht der Wirklichkeit. Wenn es um Religion geht, sehen wir sie gemäss ihrer äusseren Manifestation - Christentum, Hinduismus, Buddhismus, Islam - aber übersehen die essentielle Botschaft der inneren Reformation. Wenn wir unsere Religion oberflächlich ausüben, bleiben wir blind den tiefen Wahrheiten gegenüber, auf denen die wahrlich grossen Religionen gegründet wurden.

Unsere essentielle Realität ist nicht unser äusserliches Menschsein: Sie ist die unendliche Seele. Denn wir sind nicht dieser Körper mit seinem Schmuck an Nationalität, Sprache, Geschlecht und konkurrierenden Ambitionen. Und noch weniger können wir eine Selbstdefinition durch die Religion, der wir - manchmal mit solch fanatischer Loyalität! - angehören, erreichen. Unsere essentielle Realität ist jenseits aller körperlichen und mentalen Grenzen.

Diese eine innere Realität, auch wenn sie in Christentum, Judentum und Hinduismus unterschiedlich definiert wird, und obwohl sie äusserlich im Gewand von männlich oder weiblich, Amerikanisch, Afrikanisch oder Asiatisch erscheint, ist ewiglich jenseits von Form. Auch wenn wir als menschliche Wesen in Unvollkommenheit und Begrenzung geboren werden, ist doch unsere ewige, in der Tat einzige Mission im Leben diejenige, durch die Lektionen des irdischen Lebens zu lernen, unsere Seelen mit der unendlichen Quelle allen Lebens zu vereinen.

Als Jesus in der Bibel sagte: "Ich und mein Vater sind eins.", verkündete er, dass er seine Seele mit dem unendlichen Geist vereint hatte. Seine Worte, obwohl in der Wahrheit gesprochen, hätten angeberisch erscheinen können, wenn sie nicht auch als eine Herausforderung und Inspiration an uns alle, "zu gehen und gleiches zu tun", gemeint gewesen wären. Er sagte, dass er das erreicht hatte, wozu er auf Erden gekommen war, um uns allen dabei zu helfen: Unsere Seelen mit der unendlichen Quelle der Göttlichen Liebe zu vereinen.

Und hierum geht es in allen grossen Religionen. Theologen haben versucht, mit Logik die ewigen Wahrheiten zu definieren, aber keine verbale Aussage kann je ein tatsächliches Erfahren dieser Wahrheiten in der Seele ersetzen. Der religiöse Geist ist der Aspekt der menschlichen Natur, der sich im Sehnen nach den ewigen Wirklichkeiten erhebt. Und Religion ist die Lehre und der Verhaltenskodex, der die Menschheit hin zur Erfüllung dieser Seelenwünsche inspiriert und leitet.

In diesem tieferen Sinn mag ein selbststilisierter Atheist wirklich religiöser sein als jemand, der einer Religion anhängt, ohne sie jedoch zu verwirklichen. Denn wenn er anderen gegenüber selbstlose Liebe zum Ausdruck bringt, und ihnen mit Hingabe und Demut dient, was fehlt dann noch? Ist Gott so kleinlich, dass er einen solchen Menschen zurückwiese, nur weil dieser nicht an Ihn mit dem Verstand glaubt, und gleichzeitig all die engstirnigen Fanatiker umarmen, die Ihn mit grandiosen Gebeten anbeten und dabei kein Mitgefühl für seine anderen menschlichen Kinder in ihren Herzen fühlen? Werden menschliche Eltern, nachdem sie ihr Kind nach jahrelangem Suchen gefunden haben, das Kind zurückweisen, wenn es sich weigert, die Verwandtschaft anzuerkennen?

Hier ist eine gute Frage: Lieben die Christen die Liebe, weil Jesus liebte? Oder lieben sie nicht eher Jesus, weil er das Prinzip der Liebe so perfekt zum Ausdruck brachte?

Und lieben die Hindus die grossen Wahrheiten, die in der Bhagavad Gita stehen, weil Krishna sie lehrte? Oder lieben sie nicht eher Krishna besonders, weil er eine so inspirierende Manifestation dieser ewigen Wirklichkeiten war?

Menschliche Wesen erlangen Grösse nur indem sie höhere Prinzipien zum Ausdruck bringen. Es sind immer die Prinzipien, die zählen, nicht die unzähligen Formen, in die die Prinzipien in verschieden Zeiten der Geschichte gekleidet waren.

Lasst uns während dieser Weihnachtszeit die Geburt Jesu nicht nur als einen besonderen Moment in der Geschichte betrachten, sondern als eine besonders liebliche Form einer universellen Wahrheit. Lasst euch durch die Geburt Göttlicher Liebe in diesem kleinen Körper vor 2000 Jahren inspirieren, diese Liebe in euch selbst zu empfangen und lasst sie durch die jungfräuliche Reinheit der Hingabe eurer Herzen geboren werden.

Auf diese Weise kann Weihnachten zu einer heiligen Zeit nicht nur für Christen werden, sondern für Menschen überall auf der Erde, unabhängig ihrer Religionszugehörigkeit.

Die Drei Weisen repräsentierten die anderen Weltreligionen, die, erfüllt von Respekt und Verehrung, das Christkind besuchten. Lasst uns, wie sie, unsere Herzen und Seelen der Universellen Liebe öffnen, die uns von den Altären aller Religionen anruft. Mögen wir so schliesslich die ewige Herausforderung an unser Verständnis lösen: das Weihnachtsmysterium.

 


 

Christmas Mystery

Song by Swami Kriyananda

Long ago there was a little shed.

There three mighty kings did bow their heads

    To a gentle babe of low degree

    Whom men called the son of Mary.

Who’ll tell to me this mystery:

How a tiny babe in a manger laid

Could so many hearts to love persuade?

This holy son of Mary.

Shepherds came and knelt in wonder there,

Seeing him in light beyond compare,

    And his eyes that told them all love was he

    Whom men called the son of Mary.

Wonderful it was, that Christmas Day,

How from far and near they came to pray,

    How from far they glimpsed his majesty

    Whom men called the son of Mary.

Could it be that in that little one

Spirit’s universal love did shine?

    If it’s true, he lives in you and me

    Whom men called the son of Mary.

Who’ll tell to me this mystery:

How a tiny babe in a manger laid

Could so many hearts to love persuade?

This holy son of Mary.

 


 


 
  
 
  

 

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