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Das Geheimnis der Hingabe

Auszüge von Vorträgen von Swami Kriyananda
in Ananda Italien.

Gott ist unser Freund

Hier ist die Geschichte eines kleinen Mädchens, das bei einer Schulaufführung spielen sollte. Alle Eltern waren da und du kannst dir vielleicht vorstellen, wie aufgeregt sie war. Auf einmal rief jemand aus dem Publikum: ”Hab keine Angst Lisetta, wir sind alle deine Freunde.” Dies gab ihr den Mut, fortzufahren. Und so müssen wir uns auch vorstellen, dass die Meister, Gott und Jesus unsere Freunde sind.

Wahre Religion ist nicht eine Religion der Angst. Gott möchte uns durch Liebe zu sich bringen. Allein unsere Verbohrtheit lässt uns die Zeichen ignorieren, die Gott uns ständig in unserem Leben geben will. Du musst die Lehren nicht akzeptieren, die dir für das, was du vielleicht getan hast, ein Gefühl von Schuld, Scham und Reue vermitteln. Du solltest immer sagen, wie Yogananda uns gelehrt hat: ”Göttliche Mutter, böse oder gut, ich bin dein Kind und du musst mich annehmen.” Gott möchte nur diese Art von Einstellung von uns. Er möchte allein, dass wir Ihm vertrauen.

Auch im Moment des Todes wirst du Ihn finden, wenn du alle Täuschungen zurückweisen kannst und an Gott denkst. Und es ist so, wenn du den Körper mit Gottes Liebe verlässt, und dich nicht für deine Fehler die du gemacht hast, tadelst, wird Gott dich aufnehmen. Er liebt dich, er ist nicht dein Richter. Er ist dein Geliebter, dein Freund.

Liebe Gott

Gott schaut in dein Herz. Denke nicht an das, was du oder jemand anderes ist. Versuche immer allen Liebe zu geben. Wenn du in der Stadt eine Strasse entlang gehst und viele Menschen siehst, bete für sie, sie brauchen es. Du kannst nie wissen, welches Herz von deinen Gebeten, deiner Freude und deiner Liebe berührt wird. Wenn du deine Liebe für andere aus deinem Herzen heraus gibst, wird sie Gutes in dieser Welt bewirken, viel Gutes. Wir müssen mehr durch Ihn lieben und in unseren Herzen eine Liebe zu Gott in jedem Menschen pflegen, selbst wenn es nicht möglich ist, sie als Menschen zu lieben. Ist es möglich jemanden zu lieben, der voller Hass ist? Nein, nicht als Mensch. Gott hat jedoch auch diese Seele geschaffen, und Gott, der in dieser Seele ist, leidet. Diese Seele sucht, was wir alle möchten, sie sucht Glück und Frieden und diesen Teil kannst du in jeden Menschen lieben. Du kannst Ihn auf diese Weise lieben: Meditiere, fühle Gottes Liebe und dann strahle diese Liebe auf alle aus, projeziere sie auf jeden. So zieht dich Gott durch Süsse und unendliche Freude an.

Wenn du dich entschlossen hast für Gott zu leben, dann musst du dies tun, auch wenn jeder sagt: ”Du bist ein Narr, die Wissenschaft hat bewiesen, dass Gott nicht existiert.” Es ist nicht wichtig, ob sie sich über dich lustig machen oder dich verspotten. Wenn du weisst, dass das, was du tust richtig ist, dann musst du es tun. Ich habe oft Menschen auf dem spirituellen Pfad gesehen, die ihre Füsse in zwei Booten hatten. Sie glauben, weltliches und spirituelles Leben zusammenbringen zu können und meinen, in beidem erfolgreich sein zu können.

Wenn in unserem Leben der Zeitpunkt für eine Entscheidung kommt, ist es wichtig zu entscheiden, ob man einen schwierigen Schritt machen, oder die Welt zufriedenstellen will.

Die Bedeutung der Hingabe

Jesus sagte, wenn Salz seinen Geschmack verliert, kann es keine Würze mehr verleihen. Wenn ein Devotee seine Hingabe verliert, wer kann sie ihm dann zurückgeben? Yogananda sagte einmal zu mir: ”Es wird dir gut gehen, aber verliere deine Hingabe nicht.” Es ist das einzig Wichtige. Sei nicht wegen deiner Schwächen beunruhigt – jeder hat sie, sonst wäre er nicht hier auf der Welt – aber verliere deine Hingabe nicht. Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass wir Kinder Gottes sind. Mit Seiner Kraft, mit Seinem Vermächtnis, das Er uns anbietet, haben wir die Kraft, alles zu meistern, was wir möchten; nichts kann uns dann zurückhalten. Wenn wir Seine Hand ergreifen, kann uns nichts von Ihm fernhalten. Wir müssen uns jedoch fest an Ihn halten, denn Er ist sehr bescheiden. Er wird uns nie Seinen Willen aufdrängen. Mit grossem Mut müssen wir zu unserer Entscheidung stehen, die wir getroffen haben. Wenn du einmal entschieden hast: ”Ich liebe Gott, ich bin Gottes Kind”- dann verliere dies nie. Yogananda sagt, dass Gott die erwählt, die Ihn erwählen. Die Liebe, die du von Ihm anziehst, fühlst du in deinem Herzen und je mehr du Ihn liebst, desto mehr wirst du Ihn sehen können. Gott zählt nicht deine Verfehlungen. Yogananda sagte auch: ”Er möchte nur, dass du Ihn genügend liebst.” Versuche, Gott immer mehr zu lieben. Denk nicht zuviel nach. Wenn es etwas gibt, dass du korrigieren musst, dann korrigiere es, aber versuche nicht, alle deine Kämpfe aufeinmal auszufechten. Es ist besser, einen auszuwählen und die anderen zu lassen, indem du sagt: ”Ich weiss, dass ich dieses Problem überwinden muss, aber im Moment bin ich dafür noch nicht stark genug. Ich lasse es gehen, bis ich stark genug bin alle Hindernisse meines Lebens aus dem Weg zu räumen.” Diese Kraft kommt von Gott, sie kommt durch Gottes Gnade, aus dem Überbewusstsein. Gott möchte vor allem, dass wir Ihn lieben.

Ich las die Geschichte der Frau, die zu Jesus kam, um Ihm zu dienen. Die Person, die Jesus bewirtete, kritisierte ihn, denn diese Frau hatte den Ruf, eine “gefallene” Frau zu sein, die es nicht wert war, beachtet zu werden. Jesus, der seine Gedanken las, erwiderte: ”Aber ihre Liebe ist stark und denen, die viel lieben, wird viel vergeben werden.” Denke niemals, wie weit du von Gott entfernt bist. Die heilige Theresa von Lisieux sagte: ”Ich würde gerne in die Hölle gehen, um Ihn auch dort zu lieben.” Welch wunderbares Gebet. Es ist wunderschön zu denken: ”Wo immer ich auch bin, ich möchte meine Liebe zu Dir, Mein Herr, nicht verlieren. Dies wäre der allerschlimmste Fehler, den ich machen könnte. Du kannst mich hinbringen, wo immer du willst, wenn du mir die Gnade gewährst, Deine Liebe nicht zu verlieren. Dies ist alles, worum ich bitte.”

Es gibt viele Geschichten von Menschen, die in Konzentrationslager gebracht wurden. Diese Geschichten heben hervor, wieviel sie gelitten haben und wie sie böse wurden. Aber es gibt auch die andere Seite, dass Menschen in den Lagern zu Heiligen wurden, weil sie versuchten, anderen zu helfen. Sie hatten einen noblen Charakter. Das bedeutet, grosszügig und gütig zu allen zu sein, auch wenn sie dich hassen; sich immer würdevoll zu verhalten, als Instrument einer höheren Bewusstseinsebene. Wenn du auf diese Weise ein Kanal für Gott sein kannst, anstatt dich von äusseren Umständen verändern zu lassen, kannst du die Umstände verändern und andere beeinflussen. Diese Menschen in den Konzentrationslagern inspirierten andere.

Es gibt eine schöne Geschichte von zwei Schwestern aus Holland, die Juden halfen und letztendlich verraten und ins Konzentrationslager gebracht wurden. Eine dieser Schwestern war von sehr heiliger Natur. Als sie starb, wurde ihr Gesicht, dass voller Falten und von physischem Leiden geprägt war, wieder das eines Mädchens, denn sie war voller Freude, Liebe und Frieden.

Was bleibt ist Gott und Seine Liebe

Alles im Leben ist eine Vorbereitung auf die letzte Prüfung, den Tod. Wir dürfen nie vergessen, dass uns in jenem Moment das Verständnis gegeben wird, die richtige Entscheidung zu treffen. Denke nicht daran, was andere sagen könnten, denke nicht daran, was die Mehrheit der Menschen sagen könnte. Die Mehrheit liegt meistens falsch. Wenn du das wählst, was in deinem Herzen ist, dann musst du es tun - entscheide dich für Gott und die Wahrheit. Am Ende wirst du sehen, dass auch wenn jeder dich verlässt, Gott dich willkommen heissen wird. Was letztendlich bleibt ist Gott und Seine Liebe.

Hingabe ist der Schlüssel zum spirituellen Pfad

Sri Yukteswar, war ein Mann der Weisheit, ein Heiliger des Gyana. Sogar er sagte, dass du nicht den ersten Schritt zu Gott machen kannst, bevor sich die natürliche Liebe des Herzens öffnet und blüht. Man muss mit Hingabe anfangen. Dies ist das Wesentliche. Es ist, wie wenn du neben einem bekannten Restaurant wohnst. Weil du so nahe wohnst, kennst du das Restaurant, du kennst die Speisekarte, vielleicht kennst du sogar den Koch, du kennst alles. Aber wenn du keinen Hunger hast, wirst du nicht hineingehen. Hingabe ist der Hunger. Hingabe lässt dich sagen: ”Ich möchte es.” Es genügt nicht, in einer abstrakten Weise zu sagen: ”Ja, es existiert, es ist interessant.” Dies ist der wichtige Teil des Pfades. Manchmal beginnt man den Pfad mit viel Enthusiasmus und am Anfang können einem einige tiefe Erfahrungen gegeben werden. Dann werden die Menschen sagen: ”Oh, dieser Pfad ist aber einfach!” Dann kommt der mittlere Teil, durch den man hindurch muss und am Ende kommt es dann wieder, nur viel stärker, diese Verwirklichung Gottes, die dir eine unvorstellbare Süsse gibt. Am Anfang möchte Gott dir ein Gefühl deines spirituellen Potentials geben. Nach dieser Ermutigung ist es jedoch nötig, ein wenig zu arbeiten, ähnlich wie wenn du mit Hammer und Meissel an einer Statue arbeitest, um alles abzuschlagen, was nicht einem Heiligen gleicht. Wenn du das tun kannst, ist das was erscheint, ein Heiliger. Du bist dieser Heilige, aber ein Heiliger, der verborgen ist.

Wenn du ein Kloster besucht, siehst du vielleicht Mönche, die alt sind, traurig und ohne Leben. Dafür gibt es einen Grund: Sie haben ihre Hingabe verloren. Sie haben gedacht: ”Er wird nie kommen, vielleicht werde ich Ihn sehen, wenn ich sterbe.” Sie haben den Enthusiasmus verloren. Verliere nie die Hingabe, verliere nie diese Herzensqualität. Wie Jesus sagt: ”Gott wird kommen wie ein Dieb in der Nacht, du weisst nicht die Stunde seiner Ankunft.” Jesus sagte auch: ”Ich bin gekommen, um dir das Leben zu geben.” Dieses Leben ist nicht nur um zu existieren. Dieses Leben bedeutet, dieses Leben des Herzens, dieses Leben der Liebe und das Leben der Süsse – und falls notwendig, auch ein Märtyrer Gottes zu werden, wenn du diesen Enthusiasmus hast, dass nichts dich zurückhalten kann, Ihn zu suchen. Er wird zu Seiner Zeit kommen und denke nicht: ”Nein, vielleicht morgen.” Er kann auch heute kommen, ganz plötzlich, du kannst es nie wissen. Erinnere dich, wie Er zu Yogananda kam. Dieser meditierte und seine Gedanken trieben wie Vögel im Wind. Da rief ihn Sri Yukteswar, berührte ihn, und er ging ins kosmische Bewusstsein ein. So kann es passieren, Er kann kommen, wenn du Ihn am wenigsten erwartest.

Das Versprechen von Gott

Die erste Aufgabe jedes Devotees ist es, die Lampe der Hingabe an Gott lebendig zu halten, und nicht zuzulassen, dass irgendetwas sie auslöscht, denn sie ist die einzig wichtige Sache im Leben. Alles andere ist Zeitverschwendung. Die einzige Wahrheit, die einzige Realität deines Lebens ist deine Hingabe und deine Liebe zu Gott. Sei dir immer der Tatsache bewusst, dass Er dich liebt, auch wenn du vom Gegenteil überzeugt bist. Er liebt dich. Das ist die Erfahrung eines jeden Heiligen. Wenn er oder sie den Punkt erreichen, an dem sie diese Liebe verinnerlichen, diese Gegenwart, wissen sie absolut, dass Gott und Seine Liebe immer da waren. Als Jesus dem Heiligen Antonius der Wüste erschien, hatte dieser schon einige Jahre gebetet, ohne eine Antwort von Gott zu erhalten. Schliesslich sah es danach aus, dass Satan ihn zerstören wollte. In diesem Moment rief er noch einmal und Jesus erschien. Er fragte: ”Jesus, wo warst du all diese Jahre?” Und Jesus antwortete: ”Ich war immer bei dir Antonius.” Dies ist das Versprechen Jesu, das Versprechen der Meister. Einmal fragte ich Yogananda: ”Wirst du uns auch nahe sein, nachdem du gestorben bist?” Er antwortete: ”Denen, die mich nahe denken, denen werde ich nahe sein.” Ich habe herausgefunden, dass dies die Wahrheit ist. Manchmal ist er mir sogar nahe, wenn ich nicht an ihn denke. Es braucht nur einen kleinen Test, um festzustellen, dass es so ist. Im heutigen wissenschaftlichen Zeitalter, in dem alles getestet wird, warum nicht die Lehren der grossen Meister testen? Prüfe für dich selbst, ob sie wahr sind. Mit ein wenig Praxis wirst du Ergebnisse erzielen, wie Wissenschaftler mit ihren Experimenten. Mache das spirituelle Experiment zu versuchen, vor allem anderen an dieser Liebe festzuhalten. Dies ist die Kunst zu leben, die Kunst des Lebens und wenn alles, was du tust, vom Herzen ausgeht, wirst du sehen, dass alles gut geht.


 
  
 
  

 

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