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Die Zukunft von Ananda
Auszug von Swami Kriyanandas Vorträgen vom 19., 20. und 21. Oktober 1999.
Die kommenden Veränderungen 
Ich glaube, diese Zivilisation wird durch eine drastische Revision gehen.
Ananda wird in dieser Zeit eine wichtige Rolle spielen, denn die Menschen
werden uns fragen: Was habt ihr getan? Was tut ihr jetzt? Wie können
wir von euch lernen? Wir werden eine Menge zu geben haben, nicht
nur den Menschen, die zu uns kommen, sondern der Menschheit. Es wird ein
wunderbares Abenteuer sein, in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu
sehen, wie die göttliche Energie die Menschen, wann immer sie zu
weit in die eine oder andere Richtung gehen, in ihr inneres Zentrum zurückbringt.
Du kannst das auch in der Gesellschaft beobachten, wenn Menschen zu reich
werden, zu stolz und zu habgierig. Yogananda hat oft eine solch weitverbreitete
Veränderung der Werte vorhergesagt.
Zwischen den Kräften des Lichts und der Dunkelheit findet im Moment
ein richtiger Krieg statt, stärker als in den vergangenen Jahrhunderten.
Wir leben in einer Zeit, in der es dem Licht selbst überlassen bleibt,
der Dunkelheit zu widerstehen. Wir müssen erkennen, dass wir vor
allem auf eine innere Weise Krieger sind, die ihre eigenen inneren Neigungen
besiegen. Die Bhagavad Gita sagt, dass niemand je sein Karma durch Nichthandeln
überwunden hat. Wir müssen alles, was uns gegeben wird, mit
Freude und Enthusiasmus tun. Indem ich Gott diene, finde ich Ihn. Ich
fühle, wie seine Freude durch mich fliesst. Wenn du nur für
dich selbst lebst, kannst du nicht glücklich werden. Wenn du für
andere lebst, für Gott und um zu dienen, dann bist du glücklich.
Wenn du dein Leben Gott gibst, wird er dich, auch wenn du in die verkehrte
Richtung gehst, ausrichten. Versuche es, und du wirst herausfinden, das
es funktioniert.
Yogananda's Mission
Der Göttliche Plan für Yoganandas Mission ist nicht etwas Festgelegtes.
Es ist eine Energie, eine Richtung. Menschen fragen mich, wie ich die
Zukunft Anandas sehe? Ich sehe mehr von demselben Geist, der heute herrscht;
wie er sich zum Ausdruck bringen wird, ist von sekundärer Bedeutung.
Wenn wir den richtigen Geist haben, wird alles gut gehen. Es ist ähnlich
wie die Geschichte der chinesischen Kaiser. Wenn sie in die Provinzen
reisten, fragten sie nicht nach den Abrechnungen oder wollten mit den
Beamten reden, sie wollten die Musik hören. War die Musik in Ordnung,
wussten sie, das alles in Ordnung war. War die Musik nicht in Ordnung,
musste etwas verändert werden. Als erstes musste die Musik verändert
werden. Ich glaube, eine der schönsten Sachen, die wir haben ist,
dass jede Ananda-Gemeinschaft einen Chor hat, der diese Musik singt. Wenn
Menschen singen, fühlen sie Gottes Geist und sind darauf eingestimmt.
Die Musik ist nur ein Ausdruck des Geistes. Der Geist ist es, den wir
brauchen.
Einmal kam ein Mann in Yoganandas Ashram zu einer Zeit, als wir dringend
einen Drucker brauchten. Er erzählte mir, das er Drucker sei. Mit
grosser Freude sagte ich zu Yogananda: Wir haben einen neuen Drucker
für unsere Druckerei! Er antwortete: Warum sagst du das?
Finde zuerst heraus, ob er den richtigen Geist hat, und überlege
dann, wo er hinpasst. An diesem Rat habe ich immer festgehalten,
auch als ich Ananda aufbaute. Ich habe nie gedacht: Oh, wir könnten
diese Person hier gebrauchen, und jene Person dort. Wenn sie den
richtigen Geist haben, wird sich alles von selbst zum Besten entwickeln.
Du sollst Menschen nie gebrauchen. Menschen sind wichtiger als Dinge.
Die Weiterentwicklung von Ananda, sollte immer mit dem Gedanken geschehen,
dass wir hier sind, um den Menschen zu dienen und sie in ihrem spirituellem
Wachstum zu unterstützen. Denkt nicht wie Buchhalter oder Geschäftsleute.
Wir müssen uns selbst treu bleiben, selbst wenn das unrentabel ist.
Es ist gut, alles zu organisieren, aber seid euch dabei sehr bewusst,
dass wir es im richtigen Geist tun müssen.
Wir müssen schon mit den Füssen auf der Erde stehen und praktisch
sein, aber ich habe auch gesehen, wie das daneben gehen kann. Als ich
der Leiter der SRF-Zentren und -Meditationsgruppen war, sah ich, das jedes
Zentrum seine eigene Art hatte, im Gegensatz zu dem, was Yogananda gesagt
hätte. Also schrieb ich ein Buch mit Richtlinien und organisierte
die Zentren, sodass, wenn ein Leiter ausschied, dass Zentrum im selben
Geist weitergeführt würde. Ich tat mein Bestes, aber es schlug
fehl. So geht das eben nicht. Der Geist der Gruppe reflektiert immer den
Geist des Leiters. Unsere Leiter sind nicht als Geschäftsleute hier,
die etwas zum Funktionieren bringen sollen. Als allererstes sind sie dazu
da, andere zu inspirieren, ihnen zu dienen, sie zu beraten und sie zu
Gott zu führen. Wenn wir versuchen, zu sehr die Kontrolle zu haben,
werden wir gar nichts kontrollieren. Wir müssen in bestimmten Richtungen
die Zügel locker lassen
So gründete zum Beispiel ein Ananda-Mitglied, in der Nähe von
Ananda Village, eine medizinische Gemeinschaftspraxis. Er konnte solch
einen öffentlichen Dienst nicht strikt nach Yoganandas Richtlinien
führen. Aber er hat den richtigen Geist und so auch unsere Leute,
die dort arbeiten. Das Ergebnis ist, dass sie den Hunderten von Menschen,
denen sie dienen, etwas viel Tieferes geben, als eine einfache medizinische
Behandlung.
Unsere Schulen können es sich nicht leisten, engstirnig zu sein,
mit Gurus auf dem Altar. Sie müssen sich an ein System halten, das
die Erziehung überall verändern kann, ein System das dringend
gebraucht wird. Das Montessorisystem ist gut, aber es ist zu intellektuell,
zu sehr an den Dingen orientiert. Rudolf Steiners System ist gut, aber
es hat keine Hingabe. Mein Anliegen ist, die Praxis der Hingabe zur Göttlichen
Mutter überall zu verbreiten den Aspekt von Gott, der Liebe,
Mitgefühl und Gnade ist. Ananda- Schulen helfen, Amerika diese notwendigen
Qualitäten zu geben. Mehrere von Anandas Lehrern geben mit grossem
Erfolg Kurse in grossen Betrieben und an staatlichen Stellen. Sie teilen
ihre spirituellen Prinzipien in einer Sprache mit, mit der sich diese
Menschen identifizieren können.
Viel mehr muss noch getan werden, um diese Lehren in verschiedene Lebensbereiche
zu bringen: Bücher auf der Basis meiner Bücher, Bücher
auf der Grundlage der Lehren, Bücher über Dinge, von denen ich
keine Ahnung habe. Zum Beispiel: Wie bin ich eine gute Mutter ein
solches Buch könnte ich nicht schreiben, aber jemand anderes könnte
es, und das wäre wunderbar.
Spirituelle Gemeinschaften in der Zukunft
Wir müssen manche Dinge in eine Richtung laufen lassen, die nur
minimal von Leuten geleitet werden, die in Ananda leben. Dann können
wir das, was wir als Gruppe zu tun versuchen, rein und konzentriert erhalten.
Es wird in der Zukunft viele andere Gemeinschaften geben, aber diejenigen,
die wir jetzt haben, sind der Kern. Sie sind der letzte Ort, an dem ich
Kompromisse mit weltlichen Einstellungen Wurzeln schlagen sehen möchte.
Wir brauchen nicht dogmatisch zu sein, aber klar darin, dass wir Devotees
sind. Wir versuchen nicht, ein wunderschönes New Age Dorf zu schaffen.
Wir sind hier, um Gott zu dienen und eine Umgebung zu schaffen, die unsere
Hingabe unterstützt. Dieses Ideal von Gemeinschaften ist etwas, was
Devotees überall suchen sollten. Abgesehen davon würden die
Menschen überall gut daran tun, nach anderen Arten von Gemeinschaften
zu suchen, weil Gemeinschaft als Gemeinschaft etwas ist, was die Welt
heute braucht.
Ich fühle, das spirituelle Gemeinschaften ein Kloster brauchen, das
ein Beispiel für selbstloses Dienen setzt, etwas, das für Eltern,
die Kinder aufziehen, schwieriger ist. Wenn Ananda zu sehr eine Gemeinschaft
von Haushältern wird, fürchte ich, dass etwas Kostbares verloren
gehen könnte. Yogananda sagte, dass der Weg weltlicher Verantwortung
tatsächlich höher ist als der mönchische Weg, vorausgesetzt,
der Haushälter handhabt seine Pflichten ohne jegliche Verhaftung
oder Egobeteiligung. Nur wenige Menschen schaffen dies jedoch, ohne Beispiele
zu haben. Wenn du Menschen findest, die wirklich fühlen, dass sie
nichts anderes wollen als Gott, und wissen, dass alles, was sie besitzen,
Ihm gehört, wird dieses Beispiel allen helfen, sich auf diese Einstellung
einzustimmen. Es wäre gut, wenn alle neuen Ananda-Mitglieder sich
zuerst in der monastischen Einstellung vertiefen könnten, bevor sie
an eine Heirat denken. In der buddhistischen Tradition leben die jungen
Männer zumindest ein Jahr in einem Kloster. Sie gehen in die Ehe
mit einem bestimmten Verständnis der Selbstkontrolle, der Loslösung
und des Dienstes. Lasst uns an erster Stelle Devotees sein, die Gott suchen.
Während wir dann diese Ebene in unsere Ehe einbringen, können
wir überall für Menschen ein Beispiel setzen von einer Art der
Ehe, für die uns unsere Kultur nicht vorbereitet hat. Wir müssen
ein anderes Konzept von menschlicher Liebe aufbauen, als das, was uns
die Filmindustrie gibt. Es muss auf einer Seelenebene stattfinden.
Ich meine, es würde einen Höhepunkt für Anandas Wachstum
darstellen, wenn wir einen Platz hätten, an den sich unsere Devotees
nach einem arbeitsreichen Leben zurückziehen könnten, um ihre
Zeit der Meditation zu widmen. Sie könnten Menschen empfangen, die
für spirituelle Lehren und Beratungen kommen möchten. Ananda
ist zur Zeit noch nicht in der Lage, solch einen Platz zu finanzieren.
Lasst uns dies aber für die Zukunft im Geist behalten, denn Meditation
und die Vereinigung mit Gott ist wirklich das, worum es auf diesem Pfad
geht.
Familien, die in Gemeinschaften leben und ihr Leben bewusst Gott hingegeben,
können überall eine immense Inspiration für die Menschen
sein. Es bedurfte nur 5% der russische Bevölkerung, um die russische
Revolution zustandezubringen. Es wird auch gesagt, das man nur 5% der
Aktien einer Gesellschaft zu besitzen braucht, um eine effektive Kontrolle
auszuüben, da die meisten Menschen sich nicht an den Abstimmungen
beteiligen oder auf eine Art und Weise abstimmen, die sich gegenseitig
ausgleicht. Wenn aber ein paar Menschen wirklich an das glauben, was sie
tun, ist ihr Einfluss proportional weit grösser, als ihre Anzahl.
Unsere Arbeit hat schon jetzt eine grosse Wirkung, und die Geschichte
dieser Wirkung hat gerade erst begonnen. Es wird immense Veränderungen
in der Gesellschaft geben und viele werden aufgrund der Dinge geschehen,
die wir leben. Denkt nicht, dass ihr alleine dasteht, oder nur ein paar
Stimmen in der Wildnis seid
Gott versucht, ein Gleichgewicht zwischen Ost und West herzustellen. Im
Westen gibt es eine Art unterdrückte Spiritualität, die herauskommen
möchte. Viele Menschen müssen vielleicht äussere Schwierigkeiten
erfahren, um zu beginnen, weniger an ihre Investmentfonds zu denken und
mehr an Gott. Ich glaube, wir befinden uns am Vorabend einer grossen Veränderung,
und du kannst Teil dieser Veränderung sein.
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