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Gnade im Gegensatz zu eigenem Bemühen
von Swami Kriyananda direkter Schüler von Paramhansa Yogananda
Viele Menschen fragen von welcher Art die Beziehung zwischen Gnade und eigenem Bemühen ist. Paramhansa Yogananda schalt einmal einen Schüler für seine Oberflächlichkeit. „Du läßt andere die ganze Zeit ausgelassen und übermütig sein. Als ein Devotee Gottes solltest du ernster sein. Es ist in Ordnung gelegentlich zu lachen, aber versuche, daß selbst dann dein Geist innerlich ruhig ist.“
“Ich kenne meinen Fehler”, sagte der Schüler, “aber wie kann ich mich ohne Euren Segen ändern?”
“Nun,” antwortete der Guru, “meinen Segen hast du schon. Gottes Segen hast du. Es ist dein Segen, den du brauchst!“
Wie oft bitten die Menschen Gott um seinen Segen – aber wie wenige halten inne, um über die Rolle nachzudenken, die sie selbst dabei spielen, diesen Segen anzuziehen! Gnade ist wie das Sonnenlicht, das auf ein Gebäude scheint, es scheint unpersönlich. Gott hat keine Lieblinge: Er liebt alle gleichermaßen. Paramhansa Yogananda sagte einmal zu seinem ersten Schüler in Amerika: „Gott liebt dich genauso wie mich. Er ist unser gemeinsamer Vater.“
Wenn diejenigen, die in einem Gebäude leben, möchten, daß das Sonnenlicht hineinscheint, müssen sie die Vorhänge vor ihren Fenstern zur Seite ziehen. Sie selbst sind es, die verhindern, daß die Sonne hineinscheint, indem sie ihre geistigen Vorhänge zugezogen haben.
Gottes Gnade fließt beständig in unserem Leben. Er ist immer bei uns. Wenn wir diese Gnade jedoch empfangen möchten, müssen wir uns ihr öffnen. Es sind besonders unsere Herzen, die durch Liebe, Stille und einen willigen Geist, offen gehalten werden müssen.
Mit diesem Thema hängt ein anderer Aspekt der Lehre meines Guru zusammen. Es ist das Thema Bereitschaft. „Je größer der Wille“, sagte er, „je größer der Fluß der Energie“. Er lehrte dies in erster Linie, um uns zu zeigen, wie wir den Körper mit Energie erfüllen, aber man kann es auf jeden Aspekt unseres Lebens anwenden. Auf diese Art und Weise arbeitet die göttliche Gnade selbst.
Wenn du z.B. Freude in deinem Leben möchtest, lebe freudig! Warte nicht darauf, daß die Freude zu dir kommt. Und wenn du Liebe möchtest, gebe Liebe! – anderen Menschen, dem Leben, Gott. Warte nicht passiv darauf, daß andere dich lieben.
Die Gnade ist immer da und scheint auf dein Leben. Du kannst jedoch die Vorhänge zuziehen, wenn du dich dafür entscheidest – durch Selbstsüchtigkeit und Egoismus, und durch eine solch negative Haltung, wie Unwilligkeit. Wie kann Er in dein Leben treten, wenn du selbst ihn ausschließt?
Gebet und Meditation sind die besten Mittel um die Vorhänge des Geistes zu öffnen und ihn empfänglich zu machen, und ebenso eine Haltung des Gewilltseins. Umarme jede Aufgabe, die das Leben auf deine Schultern legt. Durch Widerwillen wirst du dich nur diesem göttlichen Fluß verschließen. Eine Haltung des „zugezogenen Vorhangs“ ist der Grund dafür, daß Menschen im Leben leiden. Um Seine Gesetze zu erlernen, muß man sie aus ganzem Herzen annehmen und nach ihnen leben!
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