Ananda Logo

   
   
   
 

Das Vermächtnis eines Guru

Swami Kriyanandavon Swami Kriyananda
direkter Schüler von Paramhansa Yogananda

In Autobiographie eines Yogi berichtet Paramhansa Yogananda von Bhaduri Mahasaya, zu dem er sagte: „Maharishi, ich wünschte mir, Du würdest zum Wohle der Welt ein Buch über Yoga schreiben.”

„Ich unterweise Jünger,” war die Entgegnung des Heiligen. „Sie und ihre Schüler werden lebendige Bände sprechen mit dem Beweis gegen den natürlichen Verfall der Zeit und gegen die unnatürlichen Interpretationen der Kritiker.” Mukunda – der Name meines Gurus als Junge – lachte froh über diese ironische Antwort.

Manche Gurus hinterlassen ein Vermächtnis spiritueller Schriften. Andere hinterlassen eine von ihnen ins Leben gerufene Organisation. In beiden Fällen ist ihr Vermächtnis eher spirituell als philosophisch oder materiell. Das Vermächtnis besteht aus Schwingungen von Bewusstsein. Selbst ein Stein, der von einem spirituellen Meister gesegnet wurde, ist von seinen spirituellen Schwingungen durchdrungen. Wenn irgendjemand diesen Stein mit Ehrerbietung und Glauben in die Hand nimmt, wird er einen Segen empfangen.

Leute mit spirituellem Feingefühl begreifen, dass wahrlich heilige Schriften vor allem heilige Schwingungen enthalten. Als ich meinem Guru bei unserem ersten Gespräch sagte, dass mich seine Autobiographie tief berührt hatte, erwiderte er: „Dem ist so, weil sie meine Schwingung enthält.”

Wenn auch die Schwingungen eines Buches begeistern können, so können sie uns doch nicht leiten. Zur Führung brauchen wir einen weisen Guru. Wie mein Guru mir selber sagte: „Nicht einmal die größte Schrift kann stellvertretend für den Guru dienen. Wenn jemand eine Aussage nicht richtig versteht, kann die Schrift ihn nicht korrigieren. Der Guru jedoch kann zeigen, wo man fehlgegangen ist.”

Das Gleiche gilt für jede Organisation, die der Guru gründet. Paramhansa Yogananda bezog sich auf das Hauptquartier von Mt.Washington, als er sagte: „Ich habe auf diesem Grundstück an jeder Stelle meditiert.” Tatsächlich merkt jede feinfühlige Person sofort bei Betreten des Grundstückes, dass die Schwingungen hier heilig sind. Dennoch gilt das Gleiche für materiellen Boden wie für die Schriften: Das Grundstück kann uns begeistern, aber nicht leiten oder lehren.

Nehmen wir an, alle Mitglieder des Ashrams lassen ihre Ideale im Stich. Diese Dinge, so wissen wir, sind schon früher in der Geschichte passiert. In diesem Fall würden uns die Schwingungen inspirieren, aber der Ort hätte nur die Kraft eines Museums mit heiligen Relikten.

Als wahres Vermächtnis des Gurus können also weder ein physisches Gebilde noch seine Schriften allein betrachtet werden. Diese Hinterlassenschaften müssen als Überträger seines Bewusstseins dienen. Dieses Bewusstsein muss von seinen lebenden Schülern lebendig gehalten werden. Wenn der Meister physisch von uns gegangen ist, dann muss die göttliche Gnade vor allem durch seine Schüler weitergegeben werden, die tatsächlich die spirituelle Berührung durch den Guru übermitteln können. Bücher und Institutionen können niemals die lebenden Erben einer spirituellen Hinterlassenschaft ersetzen. Denn lebendige Kraft muss von lebendigen Menschen kommen.

Seine treuen Schüler werden je nach Grad ihrer Einstimmung auf ihn durch diese Einstimmung in die Lage versetzt, die Fehlinterpretationen der Schriften durch die Leute aufzuzeigen. Auch wenn sie in einer noch so effizienten und gut geführten Organisation dienen, es liegt allein an ihnen, ihren Geist lebendig zu halten. Sonst wird sie zu einem "Bienenkorb" ohne Bienen, und produziert keinen Honig göttlicher Verwirklichung

Der ehrliche Wahrheitssucher sollte sich folgende Fragen stellen:

  1. Strahlt eine vom Guru zurückgelassene Organisation noch mit göttlicher Liebe, Harmonie und Liebe erfüllt?
  2. Wirken die Mitglieder begeistert dabei, anderen in Gottes Namen zu dienen?
  3. Zeigen sie den Wunsch, die Botschaft des Gurus anderen mitzuteilen, statt sich nur für ihre eigenen Vorstellungen einzusetzen?
  4. Beweisen die Mitglieder Treue vor allem zur Wahrheit? Oder legen sie mehr Wert auf die Gunst der Organisation?

Selbst wenn die Antwort auf all diese Fragen “Ja” ist, so müssen wir uns dennoch vergegenwärtigen, dass Organisationen an sich nur Dinge sind – leblose Dinge. Einzig und allein Menschen können ihnen Leben einhauchen. Betont sei, dass auch Menschen das ursprüngliche Leben einer Institution abstumpfen können, wenn sie aufhören, die Ideale des Gurus fortzuführen.

Daher stellen seine wahren Schüler das Vermächtnis des Gurus dar. Jeder Schüler ist er selber und nicht aus der gleichen Schablone gemacht. Dennoch kann ein Jeder, wenn er ehrlich ist, zumindest ein wenig von der Schwingung und Weisheit des Gurus vermitteln. Kein Ding an sich könnte das jemals bewirken.

Die Leute müssen diese Wahrheit begreifen. Viele irren sich in der Annahme, dass eine etablierte Struktur – vielleicht weil sie in ihrer Erscheinung fest und beeindruckend wirkt – mehr Macht zur Erhebung hat als ein “einfaches”, fehlbares Menschenwesen. Doch sind Menschen immerhin lebendig. Wenn sie von der Macht des Gurus erfüllt sind, dann ist es ihnen tatsächlich möglich, seine Kraft auf andere zu übertragen. Auf diese Weise können hohe spirituelle Schwingungen über Generationen von Schülern weitergegeben werden und ein über lange Zeit haltbares spirituelles Vermächtnis erschaffen.


 
  
 
  

 

HomeProgrammübersichtKurse und VeranstaltungenBücher, CDs + DVDsKriya YogaParamhansa YoganandaSwami KriyanandaWas ist Ananda?Comunicazioni sociali
 
  

 

Für Info und Reservierung:
info@ananda.it   Tel: +39 0742-81.36.20   Fax: +39 0742-81.35.36

Ananda liegt in der beschaulichen umbrischen Hügellandschaft, an der Strada Statale 444 zwischen Assisi und Gualdo Tadino. Es ist in Europa das größte Retreat-Zentrum für die Lehren Yoganandas.

Wegweiser

 

 

Ananda Associazione • Via Montecchio, 61 • I-06025 Nocera Umbra (PG) • Italien