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Sei in Frieden mit Gott und dir selbst
Gespräche mit Yogananda von Swami Kriyananda

Swami Kriyananda Recording Jeden Abend können in Indien etwa 200 Millionen Zuschauer sehen, wie Swami Kriyananda aus Gespräche mit Yogananda liest und Anmerkungen zu diesen Worten der Weisheit können hilfreich für unser tägliches Leben sein. Dies ist ein Auszug aus dem ersten der 365 Gespräche.

Mein Guru bat mich und wiederholte diese Bitte viele Male, seine Anmerkungen zu den Dingen, die er sagte, niederzuschreiben. Dieses Buch ist die Antwort auf jene Bitte. Ich habe die Früchte meiner eigenen beinahe 60jährigen Reflexion und Meditation hinzugefügt. Ein wahrer Guru drückt seine Weisheit nicht nur in Worten aus, sondern auch in unzähligen anderen Wegen: Nuancen in dem Ton seiner Stimme; seinem Gesichtsausdruck; der Art und Weise, in seinem Reden Pausen zu machen; der Betonung, die er verschiedenen Worten gibt; seiner Gestik und „Körpersprache“; vor allem, der spürbaren Schwingung seines Bewusstseins. Ich habe mein bescheidenes Bestes getan, all dies durch dieses Buch zu vermitteln. Es enthält die essentielle Weisheit und Einsicht, die mich all die Jahre hindurch geführt hat.

Ich möchte euch folgende Stelle aus Gespräche mit Yogananda zitieren::

„Ein Professor der Columbia University traf sich mit Meister in Mount Washington zum Mittagessen in dessen Besucherzimmer, das im dritten Stock lag. Ich bediente sie und hatte nach dem Essen die Gelegenheit, im Zimmer zu bleiben und mir Notizen von ihrem Gespräch zu machen. Als sie so miteinander redeten, stellte der Professor folgende Frage: „Helfen Ihre Lehren den Menschen, im Einklang mit sich selbst zu sein?“ „Natürlich,“ antwortete Meister, „ aber sie vermögen noch viel mehr. Wir lehren die Menschen vor allem, im Einklang mit ihrem Schöpfer zu sein.“

Die Mehrzahl der Menschen der heutigen Gesellschaft versuchen herauszufinden, wie sie mit sich selbst im Einklang sein können und aus diesem Grund finden sie keinen Frieden. Auch ich habe diesen Fehler jahrelang begangen: Ich versuchte, innere Ruhe ohne Gott zu finden, versuchte zu verstehen. Ich dachte, ich fände es in der perfekten Politik, perfekten Kunst, perfekten Wissenschaft, perfekten Literatur oder in der perfekten Musik. Ich fand es nirgends, weil es einfach nicht existiert. Bis ich eines Morgens erwachte und erkannte, dass das Leben ohne Gott sinnlos ist.

Die meisten der heutigen Systeme legen keinen Wert auf eine harmonische Beziehung zu unserem Schöpfer. Es wird die Ansicht vertreten, dass mit einem perfekteren System auch mehr unserer Wünsche erfüllt werden. Da es aber kein perfektes System gibt, liegt die einzige Möglichkeit, diese Art von Perfektion auch nur annähernd zu schaffen darin, jeden, der eine andere Meinung vertritt, zu vernichten.

Es ist wie in der griechischen Sage von Prokrustes. Prokrustes war ein übler Tyrann, der ein ganz besonderes Bett besaß. Waren seine Gäste zu groß, band er sie auf das Bett, hackte ihnen die Beine ab, ließ sie verbluten und hatte seinen Spaß daran. Waren sie zu klein, streckte er sie so lange, bis sie, schreiend vor Todesangst und Schmerz, lang genug für das Bett waren.

Mit der Logik wird ebenso verfahren: Passt sie nicht zu den Tatsachen, wird sie so lange verbogen, bis sie den Theorien entspricht. Doch das Leben hat seinen eigenen Lauf. Was mich an der Philosophie Indiens sehr anspricht, ist ihre Realitätsbezogenheit. Es werden keine Theorien über das Leben aufgestellt; vielmehr wird die Realität beschrieben. Es wird gefragt: „Was ist das Leben? Was sind die Gegebenheiten?“ und dann wird versucht, innerhalb dieser Grundstruktur weiterzukommen. Logik ist ein Entwurf, etwas Schönes und Starres, während die Realität immer in Bewegung ist; sie ist lebendig.

In dem obigen Zitat vermittelt Yogananda uns eine der Grundlagen, weswegen er in den Westen gekommen war: In Harmonie und Frieden mit einer weit mehr umfassenderen Realität zu leben. Wir alle sind Teil dieser Realität; wir sind Teil des Universums, des endlosen Flusses der Zeit. Unsere Aufgabe als menschliche Wesen ist es, dies zu verstehen.

Wie können wir lernen, ein Teil dieser höheren Realität zu sein? Wie können wir Teil dieses endlosen Friedens werden? Wie können wir mit dem Universum und dem Schöpfer Frieden schließen? Yogananda kam, um uns genau das zu vermitteln. Er kam, um uns zu zeigen, wie man meditiert. Er kam, um uns zu zeigen, wie man zuhört: wie man zuallererst Gott zuhört. Gottes Stimme, Gottes Gegenwart, sind sehr real.

Als ich zu meditieren begann, wusste ich nicht, worum es überhaupt ging, aber mit der Zeit entdeckte ich, dass es eine innere Wirklichkeit gibt. Für nichts in der Welt würde ich aufhören zu meditieren, denn je mehr du im Einklang mit deinem Schöpfer bist, desto mehr befindest du dich im Einklang mit deinem höheren Selbst. Aus diesem Selbst sind wir geschaffen. Wir sind nicht dieses Ego. Wir sind nicht dieser Körper und diese Persönlichkeit.

Der Ozean ist unteilbar. Die Wellen können symbolisch für all die Menschen mit all ihren kleinen Egos gesehen werden, die versuchen, dem Schoß des Meeres zu entkommen. Wir können sie uns auch als die Wellen unseres Bewusstseins vorstellen, als unsere unsteten Gedanken. Beruhigen sich die Wellen, wirst du dir der enormen Weite des Ozeans unter dir bewusst. Das ist Gott. Das sind wir, wenn es uns gelingt, unsere kleinen Anliegen und Sorgen hinter uns zu lassen.

Meditation hilft, das Ego auszulöschen. Das Ziel des Yoga liegt darin, dir zur Ruhe zu verhelfen, weil ein ruhiger Geist die höhere Wirklichkeit in der uns umgebenden Welt und dem Universum wahrnimmt. Willst du wissen, was die Welt ist, musst du deinen Geist beruhigen. Je ruhiger du bist, desto bereiter bist du zuzuhören. Ein echter Yogi beruhigt seinen Geist und nimmt einfach nur wahr.

Das habe ich in meinem Guru erkannt. Er nahm wahr. Und mit dieser Wahrnehmung erkannte er alle meine Gedanken, meine Gefühle. Einmal sagte er zu jemandem: „Du hast einen sauren Geschmack im Mund, stimmt’s?“ Sie erwiderte: „Ja, wie kommst du darauf?“ Er sagte daraufhin: „Weil ich ebenso in deinem wie in meinem Körper bin.“ Ein großer Yogi ist nicht auf sein Ego beschränkt oder durch irgendein Gefühl vom Rest des Lebens getrennt.

Indem wir den Menschen zeigen, wie sie im Einklang mit ihrem Schöpfer sein können, helfen wir ihnen, die Unruhe in ihrem Geist zu überwinden. Mit der daraus resultierenden Ruhe beginnst du, die wahre Realität der Dinge wahrzunehmen, die Gegenwart Gottes, so wie sie wirklich ist. Es ist keine Täuschung. Es ist eine Wahrnehmung der Wirklichkeit.

In jedem dieser 365 Vorträge auf dem indischen Kabelfernsehen Aastha bietet Swami Kriyananda den Zuschauern einen Eindruck von Yogananandas Tiefe und Wärme, während er Gespräche und Begebenheiten mit dem Meister beschreibt. Wie man aus dem Artikel auf dieser Seite ersieht, hat er immer eine erquickende Art, jede "Conversation" darzustellen und zu veranschaulichen. Viele dieser Vorträge sind auf DVD in Englisch erhältlich. Auf jeder CD befinden sich 4 Vorträge. Für weitere Information: bhaktan@ananda.it.


 
  
 
  

 

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